30.04.2017 14:00 Uhr31. Spieltag, Regionalliga West

Letztes Aufgebot besteht schwere Prüfung

Durch die Niederlage des FC Schalke II zwei Tage zuvor in Ahlen hatte die Zwote die Möglichkeit, sich mit einem Sieg im Heimspiel gegen die SG Wattenscheid entscheidend vom direkten Konkurrenten im Abstiegskampf abzusetzen. Damit stand sie allerdings vor keiner leichten Aufgabe, denn der Gast verfügt über eine starke Mannschaft und spielt auch noch um die Qualifikation als beste Westfalen-Mannschaft für den DFB-Pokal.

  • Fortuna Düsseldorf U23 : SG Wattenscheid 09
    2 : 0
    (1:0)
    1:0 Hashimoto (30.)
    2:0 Hashimoto (86.)
    -
    Fortuna U23 vs. Wattenscheid

    2:0

    (1:0)

    1:0 Hashimoto (30.)
    2:0 Hashimoto (86.)
    -

Ein weiterer Aspekt, der die Aufgabe der Fortunen nicht leichter machte, war die aufgrund verletzter und gesperrter Spieler aus der U23- als auch Profimannschaft mehr als angespannte Personalnot bei der Zwoten. Nach Aussagen von Trainer Taskin Aksoy in der Pressekonferenz konnte er im Verlauf der Woche nur mit sechs bis acht Spielern trainieren. Da auch die U19 ein wichtiges Spiel gegen den Abstieg bei Preußen Münster (3:2) austrug und keine Spieler an die Zwote abgeben konnte, waren als Ergänzungsspieler sogar Co-Trainer Jens Langeneke zwei Jahre nach seinem Karriereende als aktiver Spieler sowie Torwart Michael Kampmann als Feldspieler im Mannschaftsbogen aufgeführt. Die Startaufstellung der Zwoten selbst gab allerdings keinen Anlass zur Sorge, denn die meisten Leistungsträger aus dem Zwote-Kader waren einsatzfähig. Nach langer Verletzungspause konnte endlich Tom Zündorf sein Debüt in der Anfangsformation geben, und auch Kaan Akca spielte nach längerer Zeit wieder von Anfang an.

Die Fortunen präsentierten sich bei schönem Frühlingswetter vor dreihundert Zuschauern, darunter auch die ehemaligen Zwote-Spieler Tugrul Erat und Marvin Ajani, von Anfang an selbstbewusst und hatte bereits früh (2.) eine gute Chance durch Hendrik Lohmar, der nach Vorarbeit von Kianz Froese über Shunya Hashimoto nur knapp den erfolgreichen Abschluss verpasste. Es folgten drei weitere gefährliche Angriffe über Froese, Hashimoto und Justin Kinjo (3., 7. und 15.), die den ehemaligen Zwote- und aktuellen SGW-Keeper Edin Sancactar bereits früh zu Rettungsaktionen zwangen. Die erste Chance hatten die Gäste (20.) durch Daniel Keita-Ruel, doch Zündorf, der den SGW-Torjäger über neunzig Minuten gut im Griff hatte und nicht zur Entfaltung kommen ließ, blockte dessen Schuss erfolgreich ab. Die Fortunen dominierten  eindeutig das Spiel und gingen folgerichtig auch verdient in Führung. Nach einem Ballverlust von Berkant Canbulut (30.) umdribbelte Hashimoto im Strafraum auf engstem Raum blitzschnell seinen Gegenspieler und versenkte den Ball an Sancactar vorbei im Netz. Der Rückstand zwang die Westfalen nun zu einer offensiveren Spielweise, und mit der Zeit erhöhte sich der Druck auf die Flingeraner, die plötzlich leichte Anzeichen von Unsicherheit zeigten. Nachdem Hashimoto (35.) nach glänzendem Zuspiel von Taylan Duman am stark reagierenden Sancactar gescheitert war, hatten die Gäste (37.) ihre erste Großchance durch Canbulut, der nach Vorarbeit von Keita-Ruel und Nico Buckmaier nur Millimeter am Tor vorbeizielte. Es folgte eine Serie von Angriffen der Westfalen, die in der Schlussphase der ersten Spielhälfte dem Ausgleich ziemlich nahe kamen. Doch die aussichtsreichsten Chancen durch Keita-Ruel und Canbulut (40. und 42.) machten Zündorf und Zwote-Torwart Tim Wiesner unschädlich. Für Erleichterung der Fortunen am Spielfeldrand und auf den Rängen sorgte dann der Pausenpfiff des Schiedsrichters.

Die Wattenscheider setzten nach dem Wiederanpfiff ihr druckvolles Spiel fort, waren immer schnell am ballführenden Gegner und verhinderten somit einen konstruktiven Spielaufbau der Flingeraner, die daher versuchten, mit langen Bällen und Distanzschüssen zum Erfolg zu kommen. Auf der anderen Seite verhinderte dann Wiesner (57.) mit einer Großtat den Ausgleich der Gäste. Ohne Rücksicht auf Verluste warf er sich einen Meter vor der Torlinie in die Beine von Keita-Ruel und blockierte dessen Schuss. Nach dieser Abwehraktion musste der Zwote-Torwart allerdings längere Zeit behandelt werden, da er sich eine Verletzung am Kopf zugezogen hatte. Die Spuren dieses Einsatzes konnte man nach dem Spiel an den Blessuren im Gesicht und Blutflecken auf dem Trikot ablesen. Nach und nach erholten sich die Fortunen von ihrer Schwächephase, bekamen ihr Spiel wieder besser in den Griff und gestaltete die Partie ausgeglichen. Riesenglück hatten sie allerdings (79.), als der kurz zuvor eingewechselte Fabio Manuel Dias völlig frei und unbedrängt aus kurzer Distanz den Ball nur an den Innenpfosten statt ins Tor köpfte. Ein Ausgleichstreffer hätte den weiteren Spielverlauf wahrscheinlich zugunsten der Gäste beeinflusst, aber ein genialer Steilpass von Froese auf Hashimoto (86.) brachte die Flingeraner dann endgültig auf die Siegerstraße. Der Zwote-Stürmer lief völlig frei auf Sancactar zu, behielt die Ruhe und ließ diesem mit einem Flachschuss keine Chance. Wenige Minuten später (88.) kamen Froese und Hashimoto gemeinsam frei durch und hätten ihre starke Leistung mit einem weiteren Tor krönen können. Doch beide waren zu uneigennützig und spielten sich den Ball einmal zu viel zu, so dass Sancactar zur Stelle war. Da aufgrund der Spielunterbrechung durch die Behandlung von Wiesner mit einer längeren Nachspielzeit zu rechnen war, verstärkte Aksoy die Defensive durch die auf den Rängen viel bejubelte Einwechslung von Langeneke, und auch Torwart Kampmann kam in der Nachspielzeit zu einem Kurzeinsatz als Sturmspitze. Anders als in vielen vergangenen Spielen brachte die Zwote ihren Sieg souverän über die Zeit und baute ihren Abstand zur U23 von Schalke auf fünf Punkte bei einem Spiel mehr aus. Vor der spielerischen, kämpferischen und mannschaftlichen Leistung der Zwoten kann man angesichts der eingangs erwähnten Personalsituation nur den Hut ziehen. Bezeichnend für die trotz aller Hindernisse positive Einstellung ist eine Aussage von Langeneke nach dem Spiel gegenüber der „reviersport“: „Manchmal ist das gar nicht so schlecht. Wir hatten einen kleinen Kreis und Spieler, die bisher gar nicht oder nur wenig gespielt haben, kamen auch mal zum Einsatz. Wir sind noch enger zusammengerückt, und die Leistung gibt uns recht." Tom Zündorf und Kaan Akca unterstreichen mit ihrer starken Leistung diese Aussage und haben ihre Chance sicherlich genutzt. (RR)

SGW-Trainer Farat Toku: „Wir sind die ersten 25 Minuten schwer ins Spiel gekommen und nach dem Gegentor etwas aufgewacht. In den folgenden zwanzig Minuten hatten wir einige klare Chancen, aber es fehlte uns heute das Glück. Unser Manko war die mangelnde Nutzung unserer Chancen. Dass wir den Düsseldorfern viel Raum zu Kontern lassen, war uns bewusst, aber ein bis zwei Dinger müssen wir hier einfach machen. Dann gehen wir auch ganz klar als Sieger vom Platz. Diese unnötige und teilweise unverdiente Niederlage tut natürlich weh. Düsseldorf hat heute das Glück gehabt und sich auch erkämpft.“

Zwote-Trainer Taskin Aksoy: „Vor allem erst einmal ein Riesenlob an meine Mannschaft. Wir sind mit unserem allerletzten Aufgebot angetreten und mussten zuletzt einen Torwart als Sturmspitze einsetzen und sogar Jens Langeneke reaktivieren. Wir haben über die Woche mit sechs, dann sieben und schließlich acht Spielern trainiert. Wie die Jungs aber diese schwierige Situation umgesetzt haben, war überragend. Wir haben einen sehr guten Fußball mit vielen Torchancen gespielt. Nur nach der Führung hat uns etwas der Mut verlassen, so dass Wattenscheid gut ins Spiel und zu zwei Chancen kam. Wir sind aber ohne Gegentor in die Halbzeit gegangen. Im zweiten Durchgang hatten die Wattenscheider zunächst leichte Vorteile, aber mit einem besser Ausfahren unserer Konter hätten wir auch weitere Tore erzielen können. Wichtig war heute aber, dass die Jungs die schwere Woche gut umsetzen, und das haben sie getan. Daher nochmals ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Ich jedenfalls habe trotz der Wattenscheider Chancen heute einen hochverdienten Sieg von uns gesehen. Wir sind weiter im Rennen und müssen alles daran setzten, diese schwierige Saison mit einer guten Leistung in den noch verbleibenden Spielen gut ausklingen zu lassen.“

Spiele der Teams

Datum Heim Gast Erg. Ber.
25. Spieltag Regionalliga West 2018/19
16.03.19, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 - SG Wattenscheid 09Wattenscheid 09 2 : 2
8. Spieltag Regionalliga West 2018/19
15.09.18, 14:00 Uhr SG Wattenscheid 09Wattenscheid 09 - Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 4 : 2
19. Spieltag Regionalliga West
02.12.17, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf U23F95 U23 - SG Wattenscheid 09Wattenscheid 0 : 1
2. Spieltag Regionalliga West
06.08.17, 14:00 Uhr SG Wattenscheid 09Wattenscheid - Fortuna Düsseldorf U23F95 U23 0 : 1
31. Spieltag Regionalliga West
30.04.17, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 - SG Wattenscheid 09Wattenscheid 2 : 0
14. Spieltag Regionalliga West
21.10.16, 19:30 Uhr SG Wattenscheid 09Wattenscheid - Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 2 : 0
26. Spieltag Regionalliga West
01.03.16, 19:30 Uhr SG Wattenscheid 09Wattenscheid - Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 3 : 3
7. Spieltag Regionalliga West
05.09.15, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 - SG Wattenscheid 09Wattenscheid 1 : 1
31. Spieltag Regionalliga West
02.05.15, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf U23Fortuna Düsseldorf U23 - SG Wattenscheid 09Wattenscheid 1 : 3
14. Spieltag Regionalliga West
31.10.14, 19:30 Uhr SG Wattenscheid 09Wattenscheid - Fortuna Düsseldorf U23Fortuna Düsseldorf U23 0 : 2
36. Spieltag Regionalliga West
10.05.14, 14:00 Uhr SG Wattenscheid 09Wattenscheid - Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 0 : 3
17. Spieltag Regionalliga West
16.11.13, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf U23Fortuna U23 - SG Wattenscheid 09Wattenscheid 2 : 2

Aufstellung:

Fortuna Düsseldorf U23

Wiesner
Berauer
Weiler
Zündorf
Lippold (C)
Kinjo (77. Bonga)
Duman
Akca (87. Langeneke)
Lohmar
Froese
Hashimoto (90. Kampmann)

Gelbe Karten

Akca

Trainer

Taskin Aksoy

SG Wattenscheid 09

Sancanktar
Tanidis
Tietz
Canbulut
Keita-Ruel
Glowacz (87. Jakubowski)
Buckmaier (C, 75. Dias)
Tumbul (67. Demircan)
Clever
Schneider
Neustädter

Gelbe Karten

Clever, Demircan


Stadion:

Paul-Janes-Stadion


Zuschauer

300


Schiedsrichter

Jonathan Lautz



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