10.04.2018 19:00 Uhr20. Spieltag, Regionalliga West

Landpartie mit verpasstem Pflichtsieg

Eine längere Anreise mit diversen Staudurchquerungen führte die Zwote am Dienstag ins Ländliche zum SV Westfalia Rhynern auf den idyllisch gelegenen Sportplatz Papenloh, der sich auch Helmut-Voss-Arena nennt. Auf dem Programm stand das Nachholspiel der Begegnung gegen das aktuelle Tabellenschlusslicht, die am 9. Dezember 2017 wegen der Wetterverhältnisse abgesagt wurde. Die in der Liga von Spielabsagen am meisten betroffene Mannschaft von Rhynern, die aus waschechten Amateuren besteht, die in der Woche noch einer regulären beruflichen Tätigkeit nachgehen, hat mit vier bereits gespielten und noch fünf zu spielenden Englischen Wochen in Folge wohl das schwerste Restprogramm aller RL-Vereine zu absolvieren.

  • Westfalia Rhynern : Fortuna Düsseldorf U23
    2 : 1
    (0:0)

    1:1 Kleine (54., FE)
    2:1 Nicolai (59.)
    0:1 Hashimoto (47.)
    Westf. Rhynern vs. F95 U23

    2:1

    (0:0)


    1:1 Kleine (54., FE)
    2:1 Nicolai (59.)
    0:1 Hashimoto (47.)

Im Aufgebot der Zwoten fehlten Tarsis Bonga (Zerrung), Taoufiq Naciri (Trainingsrückstand) und Kaito Miyake (Rotsperre), dafür war Shunya Hashimoto wieder einsatzfähig. Michael Rensing stand erneut im Tor und auch Jerome Kiesewetter war nach längerer Zeit wieder mit dabei. Die Ausgangslage ließ Raum für die Vermutung, dass das Spiel gegen den selbst nach Ansicht einiger SVW-Fans hoffnungslos abgeschlagenen Tabellenletzten mit einem Pflichtsieg für die Zwote enden würde. Von dieser Vermutung konnte man sich aber schnell verabschieden, denn bereits nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass diese Partie auf einem tiefen, holprigen Rasen kein Selbstläufer für die Flingeraner werden würde.

Die Hausherren übernahmen mit dem Anpfiff die Spielregie, drängten auf eine frühe Führung und wären fast erfolgreich gewesen. Nach einer Ecke von Dennis Buschening (12.) in den Strafraum konnte Rensing zwei Schüsse aus dem Gewühl heraus aus kurzer Distanz reaktionsschnell parieren; den zweiten Nachschuss wehrte dann Dario Bezerra Ehret auf der Linie ab. Die Westfalen blieben weiterhin dominant, während die Fortunen, die vorwiegend mit Abwehrarbeit beschäftigt waren, nur schwer ins Spiel kamen. Den ersten Ansatz einer Chance (30.) hatte Hashimoto nach einem Zuspiel aus dem Mittelfeld, doch Dennis Wurst spitzelte ihm den Ball in aussichtsreicher Position im gegnerischen Strafraum von den Füßen. Das Spiel war im ersten Durchgang insgesamt geprägt von langen Bällen auf beiden Seiten, von denen die der Gastgeber aber wesentlich häufiger ihre Adressaten erreichten als bei den Fortunen, die aufgrund von Ballverlusten durch Fehlpässe ständig unter Druck gerieten. Die nächste Chance der Flingeraner hatte erneut Hashimoto (37.) nach einem Zuspiel von Moritz Montag, doch diesmal vereitelte SVW-Keeper Alexander Hahnemann den erfolgreichen Abschluss. Noch einmal brenzlig wurde es für die Zwote in den Schlussminuten des ersten Durchgangs. Anderson Lucoqui störte zunächst Kevin Nicolai bei dessen Schussversuch (42.), so dass der Ball am langen Pfosten vorbei ins Toraus rollte, und kurz darauf (44.) landete eine Flanke von Nicolai beim SVW-Stürmer Kempes Tekiela, der aber so überrascht von dieser Chance war, dass er den Ball nicht unter Kontrolle brachte. Somit ging es mit einem für die Zwote glücklichen torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause.

Die Fortunen eröffneten den zweiten Durchgang mit einem Paukenschlag. Kiesewetter (47.) flankte von rechts in den Strafraum, Hashimoto stieg hoch und köpfte den Ball zur Führung in die Maschen. Die Hoffnung, dass die Fortunen nach diesem frühen Bilderbuchtor nun in die Spur finden würde, hielt allerdings nicht lange an. Die Hausherren ließen sich nicht aus ihrem Konzept bringen, spielten unbeirrt weiter und wurden belohnt. Nach einer Ecke der Zwoten (54.) schlug Hahnemann den Ball weit nach vorne zu Lennard Kleine, der wurde von Lucoqui im Strafraum niedergerissen, und Schiedsrichter Alexander Busse entschied auf Strafstoß. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte unhaltbar für Rensing. Der letztlich spielentscheidende Treffer der Westfalen fiel nur wenige Minuten später (59.) durch einen „Sonntagsschuss“ von Nicolai von der rechten Strafraumecke. Der Ball bekam durch einen Dropkick-Effekt eine solche Wucht, dass er, ohne Rensing eine Chance zu lassen, wie eine Kanonenkugel in den langen oberen Torwinkel einschlug. Wer gedacht oder gehofft hatte, Rhynern würden es – nicht zuletzt wegen ihres noch schweren Restprogramms – nun etwas ruhiger angehen lassen und den Fortunen somit Räume öffnen, musste schon bald umdenken. Die Gastgeber kämpften leidenschaftlich und körperlich robust weiter um jeden Ball und versuchten durch ein direktes, schnörkelloses Spiel weitere Treffer zu landen. Mit dieser Einstellung verhinderten sie jeden Versuch eines Spielaufbaus der Fortunen, die im zweiten Durchgang neben ihrem Torerfolg nur noch eine weitere Chance durch einen Schuss von Taylan Duman (81.) aus sechzehn Metern hatten, den Hahnemann aber glänzend parierte. Somit endete die Landpartie der Zwoten statt mit einem Pflichtsieg schließlich mit einer verdienten Niederlage gegen einen Gegner, der trotz seiner scheinbar aussichtslosen Tabellensituation eine beeindruckende Leidenschaft und Willenskraft auf den Rasen gebracht hatte. (RR)

Zwote-Trainer Jens Langeneke: „Man braucht die Dinge gar nicht erst schön zu reden. Es war ein völlig verdienter Sieg von Rhynern. Wir hatten nach der ersten Hälfte schon Glück, dass es bei einem torlosen Remis geblieben war. Nach dem Wiederanpfiff  hatten wir eine Phase von fünfzehn Minuten, in der wir besser im Spiel waren und besser nach vorne verteidigt und die Zweikämpfe gesucht haben. Dass wir die Führung direkt wieder herschenken, ist natürlich bitter, aber so etwas passiert auch im Fußball. Danach haben wir es nicht mehr geschafft, der Westfalia Paroli zu bieten und kassieren noch einen Sonntagsschuss in den Winkel. Unsere eineinhalb Chancen dagegen waren nicht genug, um hier heute etwas mitzunehmen.“

SVW-Trainer Torsten Garbe: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Ein absoluter Erfolg der Willensstärke. Wir haben von Anfang an versucht, aggressiv vorzugehen, nach vorne zu verteidigen und wollten aufgrund unserer vielen frühen Gegentoren endlich einmal in der ersten Hälfte in Führung oder mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeit gehen. Daher war ich mit dem erreichten Teilziel zur Halbzeit bereits zufrieden, obwohl wir in der zwölften Minute eine riesige Dreifachchance hatten. Dann noch die Riesenchance kurz vor Halbzeit von Lennard Kleine. Der zweite Durchgang begann, wie ich es bisher kenne, mit einem frühen Gegentor. Ich bin aber absolut stolz darauf, dass uns das Ding nicht umgeworfen hat. Nach dieser Energieleistung der Mannschaft ist unser Sieg absolut verdient.“

Spiele der Teams

Datum Heim Gast Erg. Ber.
20. Spieltag Regionalliga West
10.04.18, 19:00 Uhr Westfalia RhynernWestf. Rhynern - Fortuna Düsseldorf U23F95 U23 2 : 1
3. Spieltag Regionalliga West
12.08.17, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf U23F95 U23 - Westfalia RhynernWestf. Rhynern 2 : 1

Aufstellung:

Westfalia Rhynern

Hahnemann
Polk
Cieslak
Wurst
Beilfuß (61. Hönicke)
Tekiela (87. Gensicke)
Kleine (C)
Neumann
Nicolai
Buschening (59. Gambino)
Wiese

Gelbe Karten

Beilfuß, Gambino

Trainer

Torsten Garbe

Fortuna Düsseldorf U23

Rensing
Montag
Schneider (C)
Kwadwo
Lucoqui (77. Stöcker)
Bezerra Ehret
Kinjo
Galleski (69. Oktay)
Duman
Kiesewetter
Hashimoto

Gelbe Karten

Lucoqui


Stadion:

Sportplatz Papenloh


Zuschauer

362


Schiedsrichter

Alexander Busse



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