29.02.2020 14:00 Uhr27. Spieltag, Regionalliga West

Fußballkunst und Fußballarbeit

Nach vier Unentschieden in Folge war es für die Zwote an der Zeit, sich für ihre streckenweise in diesen Spielen gezeigten starken Leistungen mit einem Heimsieg gegen den abstiegsgefährdeten VfB Hamborn zu belohnen und sich weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen. Mit einer engagierten Leistung aller Mannschaftsteile gelang ihr dieses Vorhaben trotz einiger Widrigkeiten am Ende souverän.

  • Fortuna Düsseldorf II : VfB Homberg
    2 : 0
    (2:0)
    1:0 Bornemann (17.)
    2:0 Appelkamp (18.)
    -
    Fortuna II vs. Homberg

    2:0

    (2:0)

    1:0 Bornemann (17.)
    2:0 Appelkamp (18.)
    -

Verzichten musste Trainer Nico Michaty auf die beiden Stammspieler Michel Stöcker (Gelb-Rot-Sperre) und Kevin Hagemann (Gelbsperre). Dadurch rückten Felix Könighaus und Nader El-Jindaoui in die Anfangsformation.

In den ersten fünfzehn Minuten, in der sich das Geschehen vorwiegend im Mittelfeld konzentrierte, setzte sich die spielerische Überlegenheit der Fortunen immer mehr durch. Diese Phase endete mit einem Doppelschlag, mit dem die Flingeraner die Weichen auf Sieg stellten. Timo Bornemann (17.) spielte den Ball auf der rechten Seite auf Max Wegner und lief nach innen in den Strafraum. Wegner legte mit der Hacke wieder zurück auf Bornemann, der mit einem trockenen Schuss die Führung markierte. Kurz darauf eroberte Shinta Appelkamp (18.) den Ball im rechten Mittelfeld und erhöhte nach einem schnellen Sololauf mit seinem achten Saisontreffer auf 2:0. Die Fortunen drehten nun auf, spielten die Homberger mit einem Angriffswirbel geradezu schwindelig und entfachten ein wahres Feuerwerk an Chancen. Die größten hatten Appelkamp (20.), der aus dem Lauf frei vor dem Tor verzog, und El-Jindaoui (21.), der nach Vorarbeit von Aymen Barkok das Ziel ebenfalls nur knapp verfehlte. Im Gegenzug hatte Cagatay Kader (22.) den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch Maduka Okoye konnte den Schuss aus kurzer Distanz noch an die Latte lenken. Der Zwote-Keeper gab dem Spiel dann aber eine entscheidende Wendung. Kader (31.) lief auf das Tor zu, der herausgeeilte Okoye sprang ihm knapp außerhalb des Strafraums in Kung-fu-Manier entgegen und brachte den VfB-Stürmer zu Fall. Schiedsrichter Fasihullah Habibi ahndete diese Aktion zu Recht als grobes Foulspiel mit der Roten Karte. Der Gefoulte konnte danach aber zum Glück weiterspielen. Mario Zelic übernahm die Torwartposition, und El-Jindaoui, der bis dahin für viel Dynamik im Angriffsspiel der Flingeraner gesorgt hatte, traf die für ihn bittere Entscheidung, das Spielfeld verlassen zu müssen. Anders als noch im Hinspiel, in dem die Fortunen nach einem Platzverweis von Moritz Montag in Unterzahl einen Rückstand noch in einen 4:2-Sieg gedreht hatten, reagierte die Mannschaft dieses Mal verunsichert. Es entstand ein Bruch im Spiel der Fortunen, das immer mehr an Schwung und Leichtigkeit verlor. Die Umstellung von hoher Fußballkunst auf harte Fußballarbeit fiel der Mannschaft sichtlich schwer. Diese Verunsicherung brachte die Gäste ins Spiel, die jetzt ihrerseits auf ein schnelles, aggressives Angriffsspiel setzten und sich reihenweise Chancen erspielten. Nach einem Querpass kam Marvin Lorch (42.) frei zum Schuss, zielte aber zu ungenau, Enrique Lofolomo (45.) rettete mit einer akrobatischen Einlage auf der Linie und Thorsten Kogel traf in derselben Spielminute nur den Innenpfosten. Mit viel Glück retteten die Fortunen ihren 2:0-Vorsprung schließlich doch noch in die Halbzeitpause.

Die Strategie der Zwoten für den zweiten Durchgang lag natürlich klar auf der Hand: in der Abwehr sicher stehen, schnelle Ballverluste vermeiden, auf Konter lauern und diese erfolgreich abschließen. Die Mannschaft hatte in der Pause die richtige Einstellung gefunden, denn sie legte ihre Verunsicherung ab und zeigte, dass sie Fußball auch arbeiten kann. Im Mittelfeld beteiligten sich, neben einem starken Lofolomo, auch die kreativen Offensivkräfte Appelkamp und Barkok durch frühe Balleroberungen intensiv an der Abwehrarbeit. Die Blockbildung im Mittelfeld, die auch VfB-Trainer Stefan Janßen in der anschließenden Pressekonferenz zu einer wahren Lobeshymne veranlasste, war effektiv, Torszenen gab es keine mehr, und die Spielkunst war einem reinen Abwehrkampf gewichen. Da die Fortunen das Spiel im Griff hatten und die Supporter um den Zweitorevorsprung nicht wirklich zittern mussten, war das spannendste Ereignis der zweiten Spielhälfte eine plötzlich auftretende starke Windböe (63.), die einen heftigen Platzregen über das Spielfeld jagte und sogar die Eckfahnen zu Boden drückte. Kurios war ein Freistoß von Leander Goralski (67.), bei dem der Ball am höchsten Punkt seiner Flugbahn im Gegenwind in der Luft stehen blieb und dann ein Stück zurück zum Schützen flog. Nach fünf Minuten endete dieser Spuk mit einem langsam nachlassenden Nieselregen. Da es den Fortunen erfolgreich gelungen war, ihre Spielweise im zweiten Durchgang den Gegebenheiten anzupassen, konnten sie sich am Ende über einen verdienten Arbeitssieg freuen. (RR)

VfB-Trainer Stefan Janßen: „Wir haben die ersten fünfundzwanzig Minuten gar nicht stattgefunden, und Düsseldorf hat uns in Grund und Boden gespielt. Die Zweitoreführung war verdient, und fällt das dritte Tor, ist das Spiel erledigt. Im Hinspiel hatte die Rote Karte dazu geführt, dass der Gegner viel stärker wurde, doch heute war es anders. Wir haben bis zur Pause richtig gut gespielt und sechs Torchancen gehabt. Hätten wir ein Tor gemacht, hätte das Spiel wahrscheinlich noch eine Wendung benommen. Das haben wir nicht geschafft, und in der zweiten Hälfte war das Spiel dann ausgeglichen, denn Düsseldorf hat mit zehn Mann richtig gut verteidigt. Wir haben keine Lücken gefunden und somit auch keine wirklichen Torchancen mehr. Daher waren die ersten Minuten entscheidend für das Spiel. Man sagt, dass Leihgaben aus dem Profikader nicht unbedingt ein Nachteil für den Gegner seien, weil diese häufig keinen Bock hätten. Doch wenn ich heute einen Barkok sehe, und was der über neunzig Minuten auf dem Platz leistet, dann ist das unfassbar und man sieht, dass der Junge in der Bundesliga spielen will. Da muss man, wie auch Lofolomo, mal ein klares Kompliment machen. Beide haben im Mittelfeld so eine Wahnsinnsarbeit geleistet, dass wir gar nicht mehr nach vorne kamen.“

Zwote-Trainer Nico Michaty: „Natürlich freuen wir uns sehr über den Sieg. Besser als Stefan kann man das Spiel eigentlich nicht analysieren. Wir haben sehr gute erste fünfundzwanzig Minuten gespielt und auch verdient mit zwei Toren geführt. Shinta Appelkamp hatte noch die große Chance zum dritten Tor, doch mit der Roten Karte haben wir dann bis zum Pausenpfiff komplett die Ordnung verloren. Der Knackpunkt war, dass wir in dieser Phase das Riesenglück hatten, nicht ein oder zwei Tore zu kassieren. In der Pause konnten wir uns sammeln, neu orientieren und haben unseren Vorsprung gut verteidigt. Das Wetter kam uns eventuell auch noch entgegen, denn es hat der Mannschaft, die das Spiel machen muss, die Umsetzung erschwert. Unter dem Strich steht ein für uns enorm wichtiger und insgesamt verdienter erster Sieg in diesem Jahr, über den wir uns sehr freuen.“

Spiele der Teams

Datum Heim Gast Erg. Ber.
27. Spieltag Regionalliga West
29.02.20, 14:00 Uhr Fortuna Düsseldorf IIFortuna II - VfB HombergHomberg 2 : 0
8. Spieltag Regionalliga West
13.09.19, 19:30 Uhr VfB HombergHomberg - Fortuna Düsseldorf IIFortuna II 2 : 4

Aufstellung:

Fortuna Düsseldorf II

Okoye
Goralski (C)
Barkok (90.+2 Jürgen)
El-Jindaoui (32. Zelic)
Lofolomo
Bornemann (74. Willms)
Appelkamp (80. Montag)
Schaub
Könighaus
Oberdorf
Wegner

Gelbe Karten

Wegner

Rote Karten

Okoye (31.)

Trainer

Nico Michaty

VfB Homberg

Offhaus
Berisha (65. Urban)
Wibbe (C)
Lorch
Koenders
Kogel (62. Hirschberger)
Kader
Kücükarslan (78. Rankl)
Walker
Kacinoglu
Dertwinkel (35. Acar)

Gelbe Karten

Kader, Kaconoglu

Trainer

Stefan Janßen


Stadion:

Paul-Janes-Stadion


Zuschauer

260


Schiedsrichter

Fasihullah Habibi



2020 © Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e.V. Dienstag, 26. Mai 2020 um 22:34
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