25.07.2017 | Yesterday

Willi Pesch

Fortunas Meistertorwart blieb in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1933 ohne Gegentor

Er war sicherlich neben den Torschützen eine der tragenden Säulen beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1933. Im Köln-Müngersdorfer Stadion hielt Willi Pesch beim 3:0-Sieg der Fortuna über den favorisierten FC Schalke 04 mit tollen Paraden den Sieg fest und trug wesentlich zum sensationellen Erfolg der Rot-Weißen bei. Knapp sieben Jahre später kam der Torhüter im Alter von nur 32 Jahren bei einem Straßenbahnunglück ums Leben.

Willi Pesch wurde am 14. Juli 1907 in Düsseldorf geboren. Schon in jungen Jahren spielte er für die Flingeraner und ab der Saison 1925/26 gehörte er fortan zum Stammpersonal der Ersten Mannschaft. Er war ein Modellathlet und vor allem ein sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten, der sich trotz seiner Körpergröße von 1,96 Meter nur selten zu spektakulären Flugeinlagen verleiten ließ. Vielmehr interpretierte er sein Torwartspiel stets sicher und mit viel Überblick. Zugleich galt der Schlussmann als „Elfmetertöter“ und bewies große Übersicht beim Herauslaufen. Fünfmal wurde er für die deutsche Nationalmannschaft nominiert; zu einem Einsatz kam er jedoch nicht. In wie vielen Pflichtspielen er in anderthalb Jahrzehnten für die 95er zum Einsatz kam, ist nicht mehr zu ermitteln. Es müssen jedoch viele gewesen sein, in denen Pesch sein großartiges Können zwischen den Pfosten unter Beweis stellte.

Einer der schönsten Tage in der Vereinsgeschichte

Nach dem Gewinn der Bezirksmeisterschaften 1927, 1929 und 1931 wurde die Fortuna im gleichen Jahr erstmals Westdeutscher Meister. Rund 24 Monate Jahre später folgte der große Triumph mit dem finalen Höhepunkt der Saison 1932/33 im Müngersdorfer Stadion in Köln, als es am 11. Juni den glorreichen 3:0-Erfolg über den FC Schalke gab. Einmal mehr blieb Pesch somit ohne Gegentor. Ohnehin behielt er in der gesamten Endrunde eine weiße Weste (19:0). Er ist damit in der Geschichte des deutschen Fußballs der einzige Torwart, der eine Endrunde um die Meisterschaft ohne Gegentreffer absolvierte!
Neben dem Titelgewinn 1933 stand er auch drei Jahre später im Tor, als die Fortuna durch eine 1:2-Niederlage nach Verlängerung im Berliner Poststadion gegen den 1. FC Nürnberg Vize-Meister wurde. Wieder nur ein Jahr darauf führte er die Rot-Weißen als Kapitän ins deutsche Pokalendspiel 1937, in dem sich die Fortuna nun jedoch Schalke mit 1:2 geschlagen geben musste. In der Saison 1939/40 beendete Pesch seine aktive Laufbahn bei der Fortuna und wechselte in den Spielausschuss.

Einer der traurigsten Tage in der Vereinsgeschichte…

Nach dem Weggang seines Nachfolgers Willi Abromeit, bedingt durch den Einzug zum Wehrdienst wie bei vielen anderen Fußballern in jener Zeit, sprang Pesch in die Bresche und hütete nochmals das Tor - bis zu jenem tragischen 14. Mai 1940. An diesem Tag wurde er im Alter von nur 32 Jahren aus dem Leben gerissen, als er bei einem Sturz aus einer fahrenden Straßenbahn am Worringer Platz tödlich verunglückte.

Willi Pesch war somit das erste Todesopfer der bis heute legendären Elf der Fortuna. Am 20. Mai wurde er auf dem Düsseldorfer Südfriedhof beigesetzt. Sargträger waren unter anderem seine früheren Mitspieler Paul Janes, Ernst Albrecht, Felix Zwolanowski und Edmund Czaika.

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