06.09.2019 | Yesterday

Jürgen Schult

Fortunas erster Bundesligatorschütze

„Ich stand eben zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Im Grunde genommen hätte das Tor auch jemand anders machen können!“ Es hat aber niemand anders geschossen als Jürgen Schult, der erst kürzlich seinen 80. Geburtstag gefeiert hat und in aller Bescheidenheit von diesem besonderen Treffer berichtet. Es geschah am 20. August 1966.

Im ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte brachte er den damaligen Aufsteiger beim amtierenden Europapokalsieger Borussia Dortmund in Führung. In der 65. Spielminute sorgte sein persönlicher Premierentreffer in der Bundesliga somit auch für die Torpremiere der Fortuna im deutschen Fußball-Oberhaus. Am Ende siegten die Rheinländer bei den Westfalen überraschend mit 2:1. Schult ließ diesem besonderen Treffer im F95-Trikot noch einige folgen. In seinen drei Jahren am Flinger Broich (1964-67) gelangen dem Angreifer in 70 Pflichtspielen immerhin 33 Tore.

Der Halbstürmer, der seine Jugend beim DSC 99 verbracht hatte, kam 1964 nach Düsseldorf zurück. Zuvor hatte er in Köln an der Deutschen Sporthochschule studiert und drei Jahre lang bei der heimischen Viktoria unter Trainer Hennes Weiseiler gespielt.

Mit den Rot-Weißen feierte er dann nach zwei Spielzeiten in der Regionalliga West am 26. Juni 1966 nach einem 5:1-Erfolg bei den Offenbacher Kickers den Bundesliga-Aufstieg. Um diesem Triumph nur zwei Monate später einen historischen Treffer folgen zu lassen!

Weggang aus Düsseldorf - aber nicht für immer
Doch am Ende der Saison 1966/67 reichte es nicht zum Klassenerhalt. Als Vorletzter stieg die Fortuna wieder ab. Jürgen Schult, dessen Markenzeichen sein gutes Kopfballspiel, sein Spielverständnis und sein großes Kämpferherz waren, hatte 18 Bundesliga-Spiele mit fünf Toren bestritten. Danach folgte bei den Flingeranern ein personeller Umbruch; der Angreifer wechselte zur Saison 1967/68 in die Regionalliga Süd zum VfR Mannheim. Auch nach seiner aktiven Laufbahn blieb der zweifache Vater in Nordbaden und verbrachte den Großteil seines 36-jährigen Berufslebens als Diplomsportlehrer an einem Wirtschaftsgymnasium.

Aber bis heute besucht er ebenso regelmäßigen Klassentreffen vom einstigen Rethel-Gymnasium (heute ein Teil des Goethe-Gymnasiums) wie die Stammtische der früheren F95-Legenden in der Landeshauptstadt und erzählt gerne von diesem besonderen Moment im Dortmunder Stadion Rote Erde an jenem 20. August 1966, an dem er neben seinem Tor auch seinen 27. Geburtstag feiern durfte! „Der gegnerische Torhüter Bernhard Wessel hatte an dem Tag auch Geburtstag, aber keinen so glücklichen wie ich,“ grinst er noch heute mit einem verschmitzten Lächeln. Und im Rückblick sagt er gerne: „Diese drei Jahre bei der Fortuna, für mich als gebürtiger Düsseldorfer sowieso mein Traumverein, waren mein ganzer Stolz.“

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