26.05.2021 | Yesterday

Jakob „Knöd“ Bender

Fast zwei Jahrzehnte mit dem F95-Logo auf der Brust

Jakob Bender gehörte zur Düsseldorfer Meistermannschaft von 1933. Als Mittelläufer war der „Knöd“, wie er kurzum seit seiner Kindheit gerufen wurde, eine tragende Säule in der Elf, die am 11. Juni 1933 im Finale in Köln den FC Schalke 04 mit 3:0 besiegte. Bender spielte – nur unterbrochen durch die Kriegswirren – fast 20 Jahre lang für die Flingeraner.

  • Paul Mehl (l.), Jakob Bender (m.) und Theo Breuer (r.)

Jakob Bender wurde am 23. März 1910 in Düsseldorf geboren. Im Alter von 17 Jahren wechselte er 1927 von Alemannia 08 innerhalb des Stadtteils Flingern nur ein paar Meter weiter zur Fortuna, bei der er zu diesem Zeitpunkt bereits Vereinsmitglied war. Schnell sicherte sich der Mittelläufer und bekennende Straßenfußballer einen Stammplatz in der Ersten Mannschaft der Rot-Weißen. Er galt als robuster Typ sowie als stetiger Antreiber und Motor des Teams im Mittelfeld.

In den 1930er-Jahren war er somit eine wichtige Stütze innerhalb der Mannschaft, die für ein goldenes Jahrzehnt in der Vereinsgeschichte steht. Denn Bender war nicht nur ein Teil der Meisterelf von 1933, sondern wurde mit der Fortuna am 21. Juni 1936 Deutscher Vizemeister, als es im Berliner Poststadion vor 50.000 Zuschauern in letzter Sekunde eine tragische 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen den 1. FC Nürnberg gab. In der Saison darauf sollten die Rot-Weißen ihre erste Endspielteilnahme im Tschammer-Pokal (heute: DFB-Pokal) ebenso knapp mit 1:2 gegen den FC Schalke 04 verlieren. Ein weiterer Höhepunkt in seiner Karriere war dann am 3. Juli 1938 das Wiederholungsspiel um Platz drei in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Vor 100.000 Zuschauern (!) im Berliner Olympiastadion gab es einen 4:2-Erfolg über den Hamburger SV.

Gastspiele in Osnabrück und Kissingen
Im Zweiten Weltkrieg musste Bender ab 1940 seinen Wehrdienst verrichten und somit Düsseldorf verlassen. Aufgrund seiner dortigen Stationierung kam er als Gastspieler für den TSV (heute: Eintracht) Osnabrück zum Einsatz. Bei Kriegsende befand er sich in Gefangenschaft und kehrte 1946 in seine Heimatstadt für kurze Zeit zurück. Für die Fortuna bestritt er noch ein paar Partien, bevor er als Spielertrainer zu Bad Kissingen 05 nach Unterfranken wechselte. Im Jahr 1950 kam er erneut nach Düsseldorf, um noch einmal bei seinem Heimatverein Alemannia 08 als Trainer zu arbeiten. Im Privatleben war er als städtischer Arbeiter gemeldet.

Internationale Einsätze und vier Fortunen bei der WM 1934
Von 1933 bis 1935 spielte Bender neun Mal als Mittelläufer in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unter Reichstrainer Otto Nerz. Sein Debüt gab er gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen Theo Breuer am 22. Oktober 1933 in Duisburg beim Länderspiel gegen Belgien (8:1). Bei der Weltmeisterschaft 1934 in Italien absolvierte er zwei Spiele – ebenso wie sein Mannschaftskollege Paul Janes. Stanislaus „Tau“ Kobierski kam auf drei Spiele, in denen er ein Tor (gegen Belgien) erzielte. Außerdem stand mit Ernst Albrecht (kein Einsatz) noch ein weiterer Fortune im deutschen Aufgebot! Bei der WM belegte Deutschland am Ende den dritten Platz durch einen 3:2-Erfolg über das damalige „Wunderteam“ aus Österreich.

Für die Fortuna brachte es der „Knöd“ auf 457 Einsätze, darunter 279 Pflichtspiele, in denen der Defensivspezialist elf Tore erzielte. Im Jahr 1976 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft.

Am 8. Februar 1981 verstarb Jakob Bender im Alter von 70 Jahren.

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