19.01.2026 | Nachhaltigkeit

Fortuna unterstützt den „!Nie wieder“-Spieltag

Besondere Aktionen rund um den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ geplant

Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Jedes Jahr rund um diesen Tag gedenkt die Fußballfamilie an den Spieltagen der verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen im Nationalsozialismus – so auch die Fortuna.

In Auschwitz wurden mehr als eine Million Menschen ermordet. Der Ort steht symbolisch für den Holocaust – den Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden – sowie für die Morde an weiteren Gruppen wie Homosexuellen, politischen Gegnern, Angehörigen bestimmter religiöser Gemeinschaften und den Sinti und Roma durch das nationalsozialistische Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Das Datum der Befreiung markiert ebenso als Symbol den Anfang vom Ende des Holocaust. Es ermöglichte verfolgten Menschen das Überleben – nicht symbolisch, sondern ganz real.

Aufklärung über und die Erinnerungen an die Gräueltaten, die sich nie wiederholen dürfen, sind heute womöglich wichtiger denn je. Denn die antisemitischen Tendenzen in der Gesellschaft nehmen zu. Der deutsche Fußball greift die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Rahmen des „Erinnerungstags im deutschen Fußball“ bereits seit über 20 Jahren auf. Die Fortuna stellt sich der Verantwortung – auch weil die Grundwerte unserer demokratisch-freiheitlichen Gesellschaft der Philosophie und dem Leitbild des Clubs entsprechen. Dazu gehört auch, die Vereinsgeschichte – insbesondere zu Zeiten des Nationalsozialismus – aufzuarbeiten und kritisch zu beleuchten.

Auch 2026 gedenkt die Fortuna den Opfern des Nationalsozialismus. Im Rahmen des „!Nie-wieder“-Spieltags 2026 werden beide Mannschaften sowie das Schiedsrichtergespann in Hannover am Samstag, 24. Januar (13:00 Uhr), gemeinsam ein von H96 produziertes Banner hochhalten.

Am Dienstag, 27. Januar (15:00 Uhr), nehmen Verantwortliche der Rot-Weißen an der von der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Mahn- und Gedenkstätte und jüdischen Gemeinde Düsseldorf initiierten Kranzniederlegung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Deportations-Mahnmal (Ecke Toulouser Allee/Marc-Chagall-Straße) teil.

Auch der 20. Spieltag der Bundesliga und 2. Bundesliga steht im Rahmen des „Erinnerungstags im deutschen Fußball“. Für die Fortuna steht am Sonntag, 1. Februar (13:30 Uhr), ein Freispiel im Rahmen von „Fortuna für alle“ an. Rund um das Heimspiel gegen den SC Paderborn 07 kann in den Logen Süd die Ausstellung „Im Abseits. Jüdische Schicksale im Deutschen Fußball“ besucht werden. Zudem wird die Vitrine in der Infobox durch die AG Fortuna-Geschichte bestückt und bildet den Startpunkt für die Besichtigung der Ausstellung. Unmittelbar vor der Partie werden beide Mannschaften sowie das Schiedsrichtergespann ein Banner mit der Aufschrift „WeRemember“ hochhalten. 

Darüber hinaus gibt es drei Veranstaltungen im Haus der Jugend (Lacombletstraße 10, 40239 Düsseldorf), die gemeinsam mit der AG Fortuna-Geschichte organisiert werden: 

  • Datum: Dienstag, 27. Januar, 19:00 Uhr
  • Referent: Friedrich Schacht (AG Fortuna-Geschichte, Mitautor „Geschichte und Geschichten in Rot und Weiß“)
  • Inhalt: Kurzvortrag zu Waldemar Spier und über die Fortuna in der Nationalsozialismus-Zeit 
  • Im Anschluss: Offizielle Ausstellungseröffnung durch Alexander Jobst (Vorstandsvorsitzender Fortuna Düsseldorf) 

Workshop zu „Antisemitismus heute: Erscheinungsformen und Dynamiken“

  • Datum: Mittwoch, 28. Januar, 18:00 Uhr
  • Referent: Sebastian Salzmann (Koordinator des Präventionsbereichs der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf) & SABRA (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus)
  • Inhalt: Antisemitismus stellt nach wie vor eine gesamtgesellschaftliche Gefahr dar, die seit dem 7. Oktober 2023 eine bedrohliche Dynamik entfaltet hat. In diesem Workshop setzen wir uns gemeinsam mit der Frage auseinander, was Antisemitismus ist: Wie hat er sich historisch entwickelt? Welche Erscheinungsformen gibt es heute – und welche Handlungsmöglichkeiten und Gegenstrategien lassen sich daraus ableiten? 
  • Datum: Donnerstag, 29. Januar, 18:00 Uhr
  • Referent: Dr. David Johannes Barchem (Projektleiter bei der Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW (MeDiF-NRW) und Dozent an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum)
  • Inhalt: Fußball und Fanszenen zählen zu den zentralen Bestandteilen der Populärkultur. Die soziale Arena Fußball ist aber auch ein Sammelbecken für antisemitische Vorurteilsmuster und judenfeindliche Fremdbilder. Aus der Perspektive von MeDiF-NRW beleuchtet der Vortrag die Kontinuitäten und Transformationen von Antisemitismus. Danach stehen Widerstandspraxen für eine Fußballkultur im Fokus, die sich durch einen kritischen Umgang mit judenfeindlichen Diskriminierungen und Ungleichheitsideologien auszeichnet.

Zweitzeugen-Workshop „Was hat Fußball mit Erinnerungskultur, Verantwortung und Haltung zu tun?“

  • Datum: Samstag, 31. Januar, 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr
  • Inhalt: In einem interaktiven Workshop von ZWEITZEUGEN e.V. setzen sich Mitglieder zwischen 15 und 21 Jahren sowie Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler mit den Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden auseinander – und mit der Frage, was diese Geschichten heute für uns und den Fußball bedeuten. Gemeinsam sprechen wir über Antisemitismus, Ausgrenzung und Zivilcourage, lernen aus der Vergangenheit und überlegen, wie wir als Team und als Einzelne Haltung zeigen können – auf dem Platz, in der Kabine und im Alltag.

Die Workshops und die Vorträge richten sich an alle Interessierten, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Eintritt ist jeweils frei und mit Ausnahme des Zweitzeugen-Workshops ist keine Anmeldung nötig.

Die Fortuna setzt ein Zeichen dafür, dass sich solch abscheuliche Taten nicht wiederholen dürfen – nie wieder. 

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