Björn Borgerding zum Prozess der Vorstandbesetzung
Drei Fragen an den Aufsichtsratsvorsitzenden
Nach der Trennung von Sven Mislintat und der Berufung von Samir Arabi als neuen Sportvorstand ordnet der Aufsichtsratsvorsitzende Björn Borgerding im Kurz-Interview die Ereignisse der letzten Tage ein.
Was waren die Gründe für die Neuaufstellung im sportlichen Bereich?
„Im Zuge der angekündigten Aufarbeitung hat sich gezeigt, dass die Vorstellungen über die Ausrichtung der Fortuna und Sven Mislintat auseinandergehen und wir handeln mussten. Vor diesem Hintergrund sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden und haben eine einvernehmliche Lösung mit Sven gefunden. Parallel haben wir vertrauensvoll die Gespräche mit Samir Arabi aufgenommen, mit dem wir uns bereits im Winter in unserem Auswahlprozess intensiv beschäftigt haben.“
Viele Fans fragen sich, warum der Prozess in den letzten Tagen so lange gedauert hat. Kannst Du das nachvollziehen?
„Ja klar, wir hätten auch gerne schneller kommuniziert – vor allem, nachdem am Wochenende irgendwann Informationen durchgesickert sind. Trotzdem müssen wir unsere Entscheidungen sauber umsetzen. Das betrifft rechtliche Rahmenbedingungen, aber natürlich auch die Bedürfnisse der Personen, um die es geht.
Unterm Strich haben wir uns sofort nach dem schmerzhaften Abstieg als Aufsichtsrat zusammengesetzt und unsere Analyse gestartet. Nun liegen nach etwas mehr als einer Woche die ersten Ergebnisse vor. Wenn man ein wenig herauszoomt, war das ein sehr straffer Prozess. Gleichzeitig ist aber auch klar: Wir alle hätten uns gewünscht, dass es schneller geht. Nach dem Abstieg tut jeder einzelne Tag weh. Deshalb kann ich absolut nachvollziehen, dass dieser Prozess vielen Menschen wie eine Ewigkeit vorkam.
Unsere Aufgabe als Aufsichtsrat ist es, die Handlungsfähigkeit des Vereins im Blick zu behalten und Entscheidungen möglichst losgelöst von Emotionen zu treffen. Genau das war in dieser intensiven Woche nach dem Abstieg die größte Herausforderung. An dieser Stelle gilt mein ausdrücklicher Dank dem gesamten ehrenamtlichen Aufsichtsrat, der insbesondere rund um das Pfingstwochenende enorm viel Zeit und Energie investiert hat.“
Wie geht es jetzt weiter?
„Jetzt richten wir den Blick konsequent nach vorne. Dazu gehört auch eine aktive und transparente Kommunikation, die nach der Analyse jetzt starten kann. Mit Alexander Jobst haben wir einen wichtigen Eckpfeiler in der Führung des Vereins. Den Beschluss, seinen Vertrag vorzeitig zu verlängern, haben wir daher im Aufsichtsrat bereits in der Woche vor dem Fürth-Spiel ganz bewusst gefasst. Gemeinsam wollen wir schnell wieder Stabilität, Klarheit und Geschlossenheit schaffen.
Gleiches gilt für Sami Arabi, der nun die Kaderplanung zügig vorantreiben und die sportlichen Weichen für die kommende Saison stellen wird. Am Freitag werden wir dann gemeinsam im Rahmen einer Pressekonferenz Rede und Antwort stehen. Weitere Dialogformate – unter anderem ein Mitgliederforum – sind bereits in Planung.”


