„!Nie wieder“: Fortuna setzt Zeichen gegen das Vergessen
Wichtige Botschaften auf und neben dem Platz
Der 19. und der 20. Spieltag der 2. Bundesliga standen ganz im Zeichen von „!Nie wieder“. Denn vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Jedes Jahr rund um diesen Tag gedenkt die Fußballfamilie an den Spieltagen der verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen im Nationalsozialismus. Die Fortuna setzte in den vergangenen Wochen zahlreiche Zeichen gegen das Vergessen.
Vor den Partien bei Hannover 96 und gegen den SC Paderborn hielten die beiden Teams gemeinsam mit den Schiedsrichtern Banner hoch. In Hannover lautete die Botschaft: „Der Holocaust bleibt unvergessen. Nie wieder ist immer“. Beim Heimspiel gegen den SCP war auf dem Banner „WeRemember“ zu lesen.
Ein weiteres ganz besonderes Zeichen: Beim Freispiel im Rahmen von „Fortuna für alle“ gegen den SC Paderborn liefen die Kapitäne Florian Kastenmeier und Felix Götze mit Fußballschuhen aus den 1930er Jahren in der Hand ein. Die Schuhe symbolisieren, dass jemand fehlt. Auch damit erinnern die Clubs verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen im Nationalsozialismus.
Fortunas Fans sendeten ebenso eine klare Message gegen das Vergessen: So war unterhalb der Südtribüne das Banner „Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen“ zu sehen – ein Zitat des italienischen Schriftstellers und Holocaust-Überlebenden Primo Levi.
Unter der Woche luden die Rot-Weißen zu mehreren Vorträgen sowie einem Workshop zu folgenden Themen ein:
- Vortrag zu „Waldemar Spier – Fortuna-Funktionär und Opfer des Nationalsozialismus“
- Workshop zu „Antisemitismus heute: Erscheinungsformen und Dynamiken“
- Vortrag „Geeint im Ressentiment gegen ‚die Juden‘?! Wie umgehen mit alten Mythen, neuen Dämonisierungen und dem Gelegenheitsantisemitismus in Fußballfankulturen?“
- Zweitzeugen-Workshop „Was hat Fußball mit Erinnerungskultur, Verantwortung und Haltung zu tun?“
Mehr als 120 Personen nahmen an den Vorträgen und Workshops teil. Auch der Lernort BildungsKick bot Zweitzeugen-Workshops in der Merkur Spiel-Arena an, um junge Menschen zu ermutigen, die Geschichten von Holocaust-Zeitzeugen weiterzuerzählen. Hier gibt's mehr Infos zum BildungsKick.
Am Spieltag zeigte die AG Fortuna-Geschichte in Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeits-Abteilung und der Fortuna-Fanbetreuung eine Wanderausstellung des deutschen Fußballmuseums zum Thema „Im Abseits – Jüdische Schicksale im deutschen Fußball“. Zudem wurde die Vitrine an der Infobox durch die AG Fortuna-Geschichte bestückt. Dort konnten Fans mehr über das Schicksal von Dr. Waldemar Spier erfahren, einem jüdischen F95-Funktionär in den 1930er-Jahren.
Arnd Hovemann, Vorstand Finanzen, Personal, Recht und Nachhaltigkeit, nahm darüber hinaus an der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust und der NS-Diktatur in Düsseldorf teil. Gemeinsam mit Michael Brechter, Senior Manager Traditionspflege & Vereinsarbeit, legte er einen Kranz am Deportations-Mahnmal an der Ecke Toulouser Allee/Marc-Chagall-Straße nieder.


