31.07.2018 | 1. Mannschaft

Wissenswertes über den AC Florenz

Deutsche Legionäre, Financial Fairplay und zwei prominente Söhne

Am 4. August empfängt die Fortuna zur Saisoneröffnung den italienischen Traditionsverein AC Florenz. Die Italiener weisen nicht nur eine bewegte Vereinshistorie auf, sondern können auch auf zahlreiche sportliche Erfolge zurückblicken. Einige Details zum einstigen Europapokalsieger im Paul-Janes-Stadion.

Die Liga

Am Ende der abgelaufenen Serie-A-Saison fand sich die Fiorentina auf Rang acht wieder. Lange Zeit hoffte der AC Florenz doch noch in der Europa League spielen zu dürfen. Sportlich verspielten die Toskaner zwar an den letzten beiden Spieltagen mit zwei Niederlagen die Qualifikation (0:1 gegen Cagliari Calcio, 1:5 gegen AC Mailand), da aber der sechstplatzierte AC Mailand wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay zunächst von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen wurde, schien es, als sollte der AC Florenz lange Zeit am grünen Tisch in die Europa League einziehen. Ein im Juli gefälltes Urteil des Sportgerichtshofes CAS gab jedoch dem Einspruch der Mailänder statt, die nun doch am internationalen Geschäft teilnehmen werden.

Das Stadion

Seine Heimspiele trägt der AC Florenz im Estadio Artemio Franchi aus, welches nach dem ehemaligen UEFA- und langjährigen florentinischen Vereinspräsidenten benannt ist. Seit dem Umbau anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 bietet es Platz für etwa 47.300 Zuschauer. Die fanatischen Tifosi lassen sich auf der innerhalb der Fanszene berühmten Curva Fiesole nieder. Nicht selten inszenieren die verschiedenen Fangruppierungen mitunter prunkvolle und aufwändige Choreografien. Das Stadion liegt im nördlichen Osten der Stadt und ist nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt.

Der Trainer

An der Seitenlinie der Fiorentina steht Stefano Pioli. Der Ex-Profi übernahm im Sommer 2017 den zweifachen italienischen Meister und trat die Nachfolge des Ex-Dortmunders Paulo Sousa an, der die Mannschaft in zwei Spielzeiten nicht über das Mittelmaß hinausbrachte. Zwischen 1989 und 1995 stand Pioli selbst für „La Viola“, wie der AC Florenz gern von seinen Anhängern genannt wird, als Verteidiger auf dem Platz. In dieser Zeit trug der heutige Trainer 184-mal das violette Trikot und führte den Traditionsverein unter anderem zurück in die Erstklassigkeit.

Der größte Erfolg

In der Vitrine des AC Florenz lassen sich wohl so einige Pokale bestaunen. Neben zwei Meisterschaften in der italienischen Serie A, konnte der Verein ganze sechsmal den italienischen Pokal gewinnen. Der Club, der allein durch seine geographische Lage oft im Schatten von Juventus Turin sowie den Mailänder Vereinen steht, ist immerhin der erste italienische Vertreter, der einen Europapokal gewinnen konnte. 1961 holte man nach zwei Siegen gegen die Glasgow Rangers (2:0, 2:1) den Cup der Pokalsieger. Es ist bis heute der bedeutendste Erfolg für die Fiorentina.

Die prominenten Söhne

Kurios: Im Kader der Fiorentina stehen zwei Spieler, deren Väter in der Vergangenheit selbst sportlich auf sich aufmerksam machten und es teilweise noch tun. Wie der Name schon vermuten lässt, verpflichtete der Verein in der Sommerpause 2017 mit Giovanni Simeone den Sohn von Diego Simeone, der bereits seit 2011 als Trainer für Atletico Madrid an der Seitenlinie steht, die Madrilenen in zwei Champions-League-Finals führte sowie mit ihnen zwei Mal die Europa League gewann. In der Spielzeit 2013/2014 führte er den Haupstadtclub außerdem zur ersten Meisterschaft nach 18 Jahren. Des Weiteren steht mit Federico Chiesa eines der derzeit größten Talente Italiens im Kader der Fiorentina. Der 20-jährige Flügelspieler kommt bereits auf zwei Spielzeiten in der höchsten Spielklasse und ist der Sohn von Enrico Chiesa, der als Torschützenkönig mit dem damaligen AC Parma (heute: Parma Calcio 1913) den UEFA-Pokal gewann.

Die WM-Teilnehmer


Im Kader der Italiener finden sich außerdem zwei Teilnehmer der Weltmeisterschaft in Russland wieder. Während der Innenverteidiger Nikola Milenkovic, der in drei Spielen über die vollen neunzig Minuten auf dem Platz stand, mit den Serben nach der Vorrunde die Segel streichen musste, zog Kolumbiens Carlos Sanchez mit den Südamerikanern ins Achtelfinale gegen England. Dort scheiterten sie letztlich im Elfmeterschießen (4:5). Sanchez selbst hatte im zweiten Gruppenspiel eine Rotsperre absitzen müssen, nachdem er im Auftaktspiel gegen Japan (1:2) nach nur drei gespielten Minuten den zweitschnellsten Platzverweis der WM-Geschichte kassierte.

Die deutschen Florentiner


Noch nie trafen die Fiorentina und die Fortuna in einem Pflichtspiel aufeinander. Mit Karsten Hutwelker stand Anfang der 2000er jedoch ein Eigengewächs der Fortuna in der Toskana unter Vertrag. Durch die zwischenzeitliche Insolvenz der Fiorentina hieß der Verein zu diesem Zeitpunkt „Florentia Viola“ und spielte in der vierten italienischen Spielklasse. In der Vergangenheit war der AC dennoch eine beliebte Station für deutsche Spieler. Den Anfang machte in den fünfziger Jahren Ludwig Janda, ehe in den neunziger Jahren Stefan Effenberg das violette Trikot trug. Außerdem für die Fiorentina am Ball waren Jörg Heinrich, Savio Nsereko, Marvin Compper, Marko Marin sowie WM-Teilnehmer Mario Gomez.

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