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20.09.2011 | 1. Mannschaft

"Wir wollen Kontinuität auf hohem Niveau erreichen"

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz vor dem Spiel am Samstag

In den Westen Deutschland dürfte der FC Energie Cottbus in dieser Saison besonders gerne reisen. In ihren ersten beiden Gastspielen in Nordrhein-Westfalen konnten die Lausitzer eine optimale Punkteausbeute verzeichnen: Sechs Zähler gingen mit auf die Heimreise, nach einem Sieg in Duisburg (2:1) und einem weiteren in Aachen (2:0). Durchgehend konstant in den Leistungen ist die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz, die am Samstag ab 13.00 Uhr in der ESPRIT arena antritt, aber wohl noch nicht.

Zuletzt reichte es gegen Eintracht Frankfurt (3:3) und Eintracht Braunschweig (1:3) nicht zu Erfolgen. Für Wollitz sind Rückschläge dieser Natur aber kein Problem. Schließlich ist die Cottbuser Mannschaft nach den Abgängen einiger Leistungsträger noch in der Entwicklungsphase. Wir sprachen mit C.-D. Wollitz zu Beginn  der Woche.

Herr Wollitz, eine Frage vorweg: Wie geht es Ihnen gesundheitlich?
Wollitz: "Es ging schon einmal besser. Aber das ist jetzt nicht das Thema und hat keine Relevanz. Wir konzentrieren uns auf die Aufgabe in Düsseldorf."


Die bisherige sportliche Situation dürfte aber wohl kaum Auslöser Ihrer Rückenbeschwerden sein. Wie schätzen Sie den Start Ihrer Mannschaft ein?
Wollitz: "Wir haben ganz ordentlich begonnen und zeitweise die erforderliche Stabilität gefunden. Zuletzt mussten wir uns beim 3:3 gegen Eintracht Frankfurt über einen verpassten Sieg ärgern. Das 1:3 in Braunschweig war ein Rückschlag."


Was gibt es noch zu verbessern?
Wollitz: "Vieles. Wir befinden uns nach wie vor in der Entwicklung der Mannschaft. Das Gerüst steht. Aber im Vergleich zum Vorjahr haben wir nach den Abgängen von Emil Jula, Jiayi Shao und Nils Petersen sowie der Verletzung von Markus Brzenska vier Eckpfeiler zu ersetzen. In Braunschweig standen sechs Neuzugänge in der Startformation, da können noch nicht alle Automatismen greifen."


Welche Ambitionen haben Sie in dieser Saison?
Wollitz: "Es geht vor allem darum, uns Schritt für Schritt weiter zu entwickeln und Kontinuität auf hohem Niveau zu erzielen. Dazu haben wir versucht, die Breite des Kaders zu verbessern. Dass uns zu einem Spitzenteam noch einiges fehlt, haben die ersten acht Meisterschaftsspiele schonungslos offen gelegt. Deshalb schauen wir weiterhin von Spiel zu Spiel und arbeiten an unserem vorrangigen Ziel, so schnell wie möglich 40 Punkte einzufahren."


Auffällig ist, dass Energie Cottbus unter Trainer Wollitz sehr auf junge Spieler setzt. Wie schätzen Sie die Jugendarbeit in Cottbus ein?
Wollitz: "Die Ausbildung ist - wie inzwischen an vielen Standorten - gut. In Cottbus wurde die erste Eliteschule des Fußballs überhaupt eröffnet. Es geht vor allem darum, den Talenten eine echte Chance zu geben, sie einzubauen und Fehler zugunsten der Entwicklung zuzugestehen. Das wurde in der Vergangenheit versäumt."


Leonardo Bittencourt machte in den ersten Partien auf sich aufmerksam. Was zeichnet ihn als Spieler aus. Kommt er als junger Mensch mit der Situation zurecht? Wie unterstützen Sie seine Entwicklung?
Wollitz: "Leo ist mit 17 Jahren nicht nur gut, sondern auch schon sehr weit. Er ist eine Persönlichkeit auf dem Platz. Aber auch Ausnahmespieler wie er müssen begleitet werden. Sie benötigen eine intakte Mannschaft, um ihre Unbekümmertheit und die entsprechende Qualität entfalten zu können. Deshalb bemühen wir uns, sein Potenzial bestmöglich zu fördern."


Abwehrspieler Markus Brzenska befindet sich nach seiner schweren Verletzung im Aufbautraining. Wann rechnen Sie wieder mit ihm? Wie wichtig ist er für Ihre Mannschaft?
Wollitz: "Markus Brzenska ist nicht nur als Innenverteidiger, sondern vor allem als Typ enorm wichtig für diese Mannschaft. Allerdings werden wir noch einige Monate auf ihn verzichten müssen. Die Hinrunde ist angesichts der schweren Verletzung für ihn gelaufen. Er bekommt von uns die nötige Zeit, um dann im Vollbesitz seiner Kräfte wieder die Führungsrolle einzunehmen, die er beansprucht und verdient."


Wie schätzen Sie Fortuna Düsseldorf ein?
Wollitz: "Bereits in der vergangenen Saison hätte die Fortuna ohne ihren Fehlstart zu den Aufstiegskandidaten gezählt. Das gilt 2011/2012 nun erst Recht. Mit der enormen Heimstärke und dem qualitativ sehr starken Kader zählte Düsseldorf für mich schon vor Saisonbeginn zu den Top-Favoriten. Diese Rolle bestätigt die Mannschaft eindrucksvoll."


Herr Wollitz, wir danken für das Gespräch.