15.10.2013 | Verein

Happy Birthday, Hans-Dieter Tippenhauer!

Fortunas ehemaliger Trainer feiert heute seinen 70. Geburtstag

Mensch, wie doch die Zeit vergeht: Einer der Männer, der mit einem der größten Erfolge in der Geschichte der Fortuna in enge Verbindung gebracht wird, rundet beachtlich. Die Rede ist von Dieter Tippenhauer, der als Coach der Europacup-Finalelf den meisten Fortunen bis heute in Erinnerung geblieben ist und für den heute sein achtes Lebensjahrzehnt beginnt.

Obwohl Hans-Dieter Tippenhauer nur etwas mehr als Jahr bei der Fortuna als Chefcoach tätig war, hat sein Wirken bei den Rot-Weißen auf jeden Fall nachhaltige Spuren hinterlassen. Immerhin fällt in seine gut 15-monatige Amtszeit zunächst einmal der erstmalige Gewinn des DFB-Pokals. Am 23. Juni 1979 wurde das Trauma von fünf verlorenen Pokalendspielen endlich überwunden. Im Finale besiegten die Flingerer Hertha BSC Berlin mit 1:0 nach Verlängerung - mit „Tippi“ auf dem Trainerstuhl.

Ohnehin spielte die Fortuna unter ihm als Trainer 1978/79 ihre vielleicht beste Saison seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1933. Zuvor hatte der damals 34-Jährige als Assistent von Dietrich Weise gearbeitet und war von ihm persönlich als sein Nachfolger empfohlen worden. So stehen gleich zwei große Ereignisse aus jener Spielzeit noch immer ganz weit oben in der Vereinschronik: Am 16. Mai 1979 unterlagen die Rot-Weißen im Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger in Basel dem FC Barcelona nur denkbar knapp mit 3:4 nach Verlängerung. Aber kurz darauf folgte eben doch noch bei der sechsten Teilnahme im Pokalendspiel der große Triumph. Den kuriosen Siegtreffer - in seiner Entstehung und Durchführung - zum 1:0 erzielte Wolfgang Seel in der 116. Spielminute.

7:1 und 6:1: Zwei berühmte Rekordsiege und weitere Höhepunkte

Doch hinzu kam noch eine Partie, die spätestens zu vorgerückter Stunde zur Sprache kommt, wenn Fortuna-Fans in seligen Erinnerungen schwelgen: Den unter Tippenhauer feierten die Rot-Weißen den wohl bekanntesten Bundesligasieg in ihrer Vereinsgeschichte, als es am 9. Dezember 1978 gegen den FC Bayern München einen 7:1-Heimerfolg gab. Bis heute ist dies die höchste Auswärtsniederlage des deutschen Rekordmeisters im Fußball-Oberhaus - nachzulesen in jedem Saisonheft des „Kicker“.

Ein weiterer Husarenstreich gelang den Landeshauptstädtern am 16. September 1978 in Darmstadt - mit dem 6:1, das gleichzeitig bis heute den höchsten Bundesliga-Auswärtssieg darstellt. Erwähnenswert sei noch ein 2:1-Auswärtserfolg beim FC Schalke 04, mit dem man in Gelsenkirchen zum ersten Mal nach fast 20 Jahren erfolgreich den Platz verließ.

Parallel dazu kamen mit Gerd Zewe und Klaus Allofs gleich zwei Düsseldorfer zu ihrem Nationalmannschaftsdebüt in der DFB-Auswahl. Am Saisonende standen für eine offensivstarke Fortuna 70 Tore zu Buche - so viele wie nie zuvor und nie mehr danach. Klaus Allofs wurde obendrein mit 22 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig.

Das Aus nach gut 15 Monaten

Doch ein knappes Jahr nach seinem Amtsantritt, im Oktober 1979, musste Tippenhauer den Trainerstuhl seinem Nachfolger Otto Rehhagel überlassen. Als Begründung galten die wenig konstanten Leistungen der Fortuna. So hatten die Flingeraner 1978/1979 noch auf dem fünften Platz überwintert, um am Saisonende - ungeachtet der großartigen Leistungen und Ergebnisse in den beiden Pokalwettbewerben - in der Bundesliga lediglich den siebten Rang zu belegen. Der Start in die neue Spielzeit 1979/80 geriet dann zum Fiasko. Nach einer 1:4-Heimpleite am 8. Spieltag gegen den VfL Bochum standen die Mannen um Kapitän Gerd Zewe bei nur zwei Siegen auf dem 16. Tabellenplatz, der damals den direkten Abstieg bedeutete. Es folgte, was im Fußball gern als „Mechanismus des Geschäfts“ bezeichnet wird: Am 9. Oktober 1979 erfolgte die Beurlaubung von Hans-Dieter Tippenhauer als Fortuna-Trainer.

Allerdings war er um seine Arbeit auch kaum zu beneiden. So hatte er bis dahin bereits zweimal sein Amt von sich aus zur Verfügung gestellt. Denn mit einigen Leistungsträgern oder altgedienten Fortunen wie Wilfried Woyke, Reinhold Fanz, Fleming Lund und Emanuel Günther waren im Sommer die Verträge nicht verlängert worden; Dieter Brei und Gerd Zimmermann kamen nach ihren schweren Verletzungen, die beide im Frühjahr im Europapokal-Endspiel erlitten hatten, nicht mehr auf die Beine.

Zwei Aufstiege und ein Doktortitel

Nach seinem Weggang aus Düsseldorf arbeitete Tippenhauer noch als Cheftrainer bei Arminia Bielefeld und schaffte mit den Ostwestfalen 1980 den Bundesliga-Aufstieg. Es folgten Engagements bei Bayer 05 (heute: KFC) Uerdingen - mit den Krefeldern stieg er 1983 auf - sowie bei Borussia Dortmund. Danach zog er sich aus dem Fußballgeschäft zurück.

Viele Jahre wohnte Hans-Dieter Tippenhauer im münsterländischen Ladbergen. Im Jahr 2010 promovierte der Sportpsychologe an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster zum „Wahrgenommenen Einfluss von Führungsspielern in der Fußball-Bundesliga“ und erhielt dafür die Doktorwürde. Mittlerweile ist er mit seiner Frau seinen Kindern nach Hamburg gefolgt und leitet dort eine PR-Agentur.

Heute feiert Hans-Dieter Tippenhauer seinen 70.Geburtstag. Die Fortuna gratuliert ganz herzlich und wünscht bei bester Gesundheit alles Gute für die Zukunft!

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