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07.07.2015 | Verein

Fortuna Düsseldorf trauert um Jupp Wolfframm

Der ehemalige Spieler verstarb im Alter von 80 Jahren

Fortuna Düsseldorf trauert um ihren früheren Spieler Franz-Josef Wolfframm, der am 3. Juli nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Sieben Jahre lang (1957 - 1964) trug Wolfframm, der von allen kurz und rheinisch „Jupp“ gerufen wurde, das Trikot mit dem F95-Logo und wusste sich recht bald als Stammspieler der Rot-Weißen zu etablieren. In insgesamt 170 Pflichtspielen erzielte der Offensivspieler für die Flingeraner 75 Tore.

Wolfframm galt als hervorragender Spielmacher und hatte beidfüßig einen gefürchteten und zielsicheren Schuss. Er war Mitglied des großartigen Sturms von 1959 - mit Matthes Mauritz, Günter Jäger, Kalli Hoffmann, Bernie Steffen, Heinz Jansen, Jupp Derwall (der ihn später, in der Saison 1963/1964, auch trainieren sollte) und Dieter Wöske, wo er 23 von insgesamt 89 Saison-Toren schoss. Ein Rekord, der, so sagt Ehrenratsmitglied Dieter Bierbaum, bis weit in die 1960er Jahre Bestand haben sollte. Allerdings kassierte das Team damals auch 56 Gegentore, weshalb der ganz große Erfolg ausblieb und man in der Abschlusstabelle nur den undankbaren 3. Platz belegte.
Besonderheit am Rande: Heinz „Heini“ Jansen war langjähriger Mannschaftskamerad Wolfframms und gleichzeitig dessen Onkel.

Eine goldene Generation ohne Titel
In der Oberliga, der 2. Liga West und der Regionalliga stand der gebürtige Krefelder mit weiteren bekannten Größen der Fortuna, wie Erich Juskowiak, Hilmar Hoffer, Jupp Hellingrath, den Zwillingen Karl und Martin Gramminger, Bernie Steffen, Kalli Hoffmann, Albert Görtz oder dem legendären „Pitter“ Meyer auf dem Platz. Es war eine goldene Generation des Vereins, der leider jedoch ein nationaler Titelgewinn versagt blieb. Denn einen möglichen Gewinn des DFB-Pokals verpasste Wolfframm mit der Fortuna gleich dreimal denkbar knapp. Auch der Traum von der Bundesliga sollte sich bei deren Einführung zur Saison 1963/64 nicht erfüllen. Aufgrund einer bis heute nicht unumstrittenen Rechnung, der Zwölf-Jahres-Wertung, mussten die Fortunen zunächst weiterhin zweitklassig spielen.
Darüber und die vielen anderen Erinnerungen an seine Zeit am Flinger Broich hatte Wolfframm gerne am Rande der Legenden-Treffen von ehemaligen 95ern gesprochen - wie auf dem Foto, das vor knapp zwei Jahren entstanden ist, mit Matthes Mauritz (im Bild links) und Bernie Steffen (Mitte) vor zwei Jahren.

Drei Pokalendspielniederlagen in fünf Jahren mit drei Wolfframm-Toren
Am 29. Dezember 1957 hatte die Fortuna bei der zweiten Finalteilnahme in ihrer Vereinsgeschichte im Schneetreiben von Augsburg gegen den FC Bayern München mit 0:1 verloren.
Nur ein knappes Jahr später gab es – trotz zweier Treffer von Jupp Wolfframm – in Kassel gegen den VfB Stuttgart eine 3:4-Niederlage nach Verlängerung.
Am 29. August 1962 ging der Pott dann in Hannover an den 1.FC Nürnberg – durch einen 2:1-Erfolg der Franken - trotz zwischenzeitlicher Düsseldorfer Führung. Auch in dieser Partie hatte Wolfframm getroffen, doch erneut hatte die Fortuna - diesmal in der Verlängerung - kein Glück. Nach der Saison 1963/64 und einem 3. Platz in der Regionalliga West wechselte Wolfframm zum Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen, wo er noch zwei weitere Jahre spielte. Als sich die Fortuna 1966 den Traum vom Bundesliga-Aufstieg erfüllte, beendete er seine aktive Laufbahn.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Wolfframm an der Seite seiner Lebenspartnerin in Moers. Bis zuletzt war er an Fußball und insbesondere der Fortuna interessiert.

Fortuna Düsseldorf verliert in Franz-Josef Wolfframm eine bedeutsame Persönlichkeit der Vereinsgeschichte und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Gedanken aller Fortunen sind bei dem Verstorbenen, das Mitgefühl gilt seiner Lebensgefährtin, den Angehörigen und allen, die ihn kannten und schätzten.