10.11.2019 | 1. Mannschaft

„Ein geiles Gefühl“

IM FOKUS: Rouwen Hennings erzielt beim 3:3 auf Schalke zum ersten Mal drei Bundesliga-Tore in einem Spiel

Da stand er nun, mit einem der Spielbälle unterm Arm und beantwortete seelenruhig und freundlich die zahlreichen Fragen, die auf ihn einprasselten. Zuvor hatte Rouwen Hennings mit seinen drei Treffern gleich drei Mal eine Schalker Führung egalisiert und für einen wichtigen Punktgewinn der Fortuna gesorgt. Drei Tore in einem Profispiel waren ihm davor nur ein einziges Mal gelungen, in der Bundesliga bis dato noch nie.

„Das war mal in der 2. Bundesliga mit dem Karlsruher SC gegen den 1860 München“, erinnerte sich der Top-Torjäger. Auch damals sicherte er sich als Andenken den Spielball. Was er an der Geschichte vom 6. April 2014 aussparte: Direkt nach der Partie wurde Friedhelm Funkel als Trainer der „Löwen“ beurlaubt. Inzwischen trafen Hennings und Funkel die gleichen Farben – und schätzen sich mit großer gegenseitiger Hochachtung.

Doch zurück zum 9. November 2019 in der Gelsenkirchener Arena. „Wir haben diesen Punkt verdient“, fällt das klare Urteil des Angreifers aus und schmückt es wie folgt aus: „Wir haben im zweiten Durchgang früher attackiert als noch in der ersten Hälfte. Da wollten wir in erster Linie kompakt stehen, was uns auch gut gelungen ist. Abgesehen vom Gegentor haben wir kaum etwas zugelassen. Nach dem Wechsel haben wir dann gute Pressingerfolge erzielt, kamen so zu Möglichkeiten und zu drei Toren gegen eine starke Schalker Mannschaft. Dabei sind wir dreimal nach einem Rückstand zurückgekommen. Das ist schon bemerkenswert.“

Immer wieder mussten die Rot-Weißen mit Nackenschlägen umgehen, bejubelt von über 55.000 Heimfans. „Als das 2:3 gefallen ist, habe ich hochgeguckt zur Uhr und dachte mir: Es geht noch was!“, beschreibt Hennings seinen Glauben. „Als dann Kaan Ayhan losmarschiert ist und nach dem Doppelpass mit mir den Ball über die Abwehr legt, habe ich einfach versucht über den herauskommenden Torwart zu heben. Es war zwar knapp, aber er hat Gott sei Dank gepasst.“ Ein absolutes Traumtor. Und in dem Fall durften die mitgereisten Fortuna-Anhänger jubeln.

Hennings hat nun schon neun Tore auf seinem Bundesliga-Konto, hinzu kommen zwei Treffer im DFB-Pokal, darunter eins, das zum „Tor des Monats“ gewählt wurde. „Ich denke über meinen Lauf gar nicht groß nach“, sagt der bescheidene Familienvater. „Das ist wohl eher im Unterbewusstsein, dass einem alles leichter fällt oder man mit mehr Überzeugung abschließt. Das analysiere ich aber gar nicht groß, sondern versuche, genauso weiterzumachen.“

Auf die Frage nach einem Vergleich zu Robert Lewandowski, der aktuell mit unglaublichen 16 Treffern die Torjägerliste in der Bundesliga anführt, antwortet Hennings, wie man ihn kennt: „Ich würde mich selbst gar nicht so sehr herausheben. Momentan ist meine Freude groß, dass ich der Mannschaft so helfen kann. Natürlich ist es ein geiles Gefühl, Tore zu schießen. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich ein Teamplayer durch und durch bin.“

Mit 32 Jahren scheint Hennings sich in der Form seines Lebens zu befinden. Spielt da die Erfahrung eine entscheidende Rolle. Der Goalgetter leicht grübelnd: „Es gibt selbstverständlich auch Spieler im Alter von Anfang 20, die vor dem Tor eiskalt sind. Aber ich für mich kann sagen, dass die Erfahrung, die ich in den letzten Jahren sammeln durfte, mich besser werden lassen hat.“

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