24.01.2021 | Verein

„Den Aufwärtstrend fortführen!“

INTERVIEW: Klaus Allofs blickt auf die abgelaufene Hinrunde zurück

In einer regulären Saison ist die Hinrunde vor Weihnachten beendet und die Winterpause wird traditionell dazu genutzt, ein ausführliches Zwischenfazit zu ziehen. In dieser Spielzeit liegen zwischen dem 17. und 18. Spieltag vier Tage. Für die Fortuna steht nach dem 3:3 gegen Greuther Fürth bereits am Dienstag mit der Partie gegen den Hamburger SV das nächste Spitzenspiel im Kalender. Vorstandsmitglied Klaus Allofs zieht für f95.de auch ohne Winterpause eine kurze Hinrundenbilanz…

  • Foto: Frederic Scheidemann

Die Fortuna hat die Hinrunde im Spitzenspiel gegen Greuther Fürth mit einem spektakulären 3:3-Unentschieden beendet. Wie bewerten Sie das Hinrundenfinale am Freitagabend?
Allofs: „Wir haben am Freitag ein ausgezeichnetes Zweitligaspiel gesehen, in dem zwei sehr gute Mannschaften aufeinandergetroffen sind. Mir wurde nach der Partie die Frage gestellt, ob wir durch das Unentschieden zwei Punkte verloren haben. Da sage ich ganz klar ‚nein‘! Denn wenn man so gut spielt und so eine Moral zeigt, kann das nur positiv sein.“

Wie bilanzieren Sie die abgelaufene Hinrunde?
Allofs: „Wir sind schwer in die Saison reingekommen, die Gründe dafür sind aber erklärbar. Man hat auch in dieser schwierigen Phase gesehen, dass die Mannschaft eine gute Moral hat und sich gegen Niederlagen gestemmt hat. Daher war es absolut richtig, gemeinsam die Ruhe zu behalten und an unsere Stärke zu glauben. Die Mannschaft brauchte eine gewisse Zeit, um sich zu finden und sich einzuspielen – das war uns allen bewusst. Diese Zeit wollten wir dem Team geben und so ist es von Spiel zu Spiel besser geworden. Fußballerisch sieht es mittlerweile sehr gut aus und die Serie der letzten acht Spiele war sehr wichtig. Daher ziehe ich ein absolut positives Fazit der ersten Saisonhälfte.“

Vorstand, Trainer und Mannschaft haben gemeinsam das Saisonziel ausgeben, wieder in die Bundesliga aufsteigen zu wollen, wenn man die äußeren Umstände und Unwägbarkeiten positiv meistern könne. Diese mutige Zielsetzung haben zu diesem Zeitpunkt nicht viele verstanden…
Allofs: „Wir haben unser Saisonziel bewusst so formuliert, dass wir den direkten Aufstieg erreichen wollen, weil ein Verein wie Fortuna die Ambitionen haben muss, in die erste Liga aufzusteigen. Wir haben das – ebenfalls bewusst – zugleich relativiert, weil es in der aktuellen Situation so viele Unwägbarkeiten gibt, die wir einfach nicht kalkulieren können. Zudem hat es viele Wechsel im Kader und Verletzungen gegeben. Daher wussten wir, dass wir das einigermaßen auffangen und schnell zu einem funktionierenden Gebilde werden müssen. Das war eine realistische Einschätzung, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt mutig war. Wir sind dann auch ein bisschen belächelt worden. Aber das Potenzial haben wir immer gesehen. Daher haben wir damit gerechnet, dass wir wesentlich besseren Fußball spielen werden. Dass wir so eine Serie hinlegen, kann man nicht zwingend erwarten, aber die Möglichkeiten dieser Mannschaft hatten wir so gesehen.“

Uwe Rösler hat die schwierige Phase zu Saisonbeginn souverän gemeistert. 

Der Saisonstart war sehr holprig. Zu Hause hat die Mannschaft in den ersten Partien gepunktet, auch wenn es oftmals zähe Spiele waren. Wie wichtig war es, auch aus diesen Partien Punkte mitzunehmen?
Allofs: „Ja, wir hatten auch zwischendurch etwas Spielglück. Im Heimspiel gegen Darmstadt waren wir sicherlich nicht der verdiente Sieger. Aber solche Erlebnisse muss man dann auch haben. So hatten wir auch Negativ-Erlebnisse, wie die Niederlagen in Bochum oder Hannover, bei denen Platzverwiese eine spielentscheidende Rolle gespielt haben. In diesen Spielen haben wir uns zu oft selbst ein Bein gestellt. Jetzt haben wir eine gewisse Sicherheit und ein Selbstbewusstsein entwickeln können.“

Wie hat Cheftrainer Uwe Rösler diese schwierige Phase gemeistert?
Allofs: „Uwe Rösler ist ein sehr offener und direkter Typ. Zwischen ihm, Uwe Klein und mir ist ein sehr intensiver Austausch und ich glaube, das hilft allen Beteiligten. Das hat uns auch über diese erste Phase geholfen und uns Sicherheit geben. Wir haben intern immer wieder darüber diskutiert, was wir verändern oder verbessern können. Ihn zeichnet aus, dass er einen sehr guten Draht zu den Spielern hat, dass er bereit ist, dazuzulernen, und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Daher hat er auch diese Phase, in der es doch schon sehr turbulent zuging, ganz souverän gemeistert.“

Nun warten in den ersten beiden Heimspielen der Rückrunde mit dem HSV und Kiel direkt zwei Topteams der 2. Liga. Wie wichtig sind diese beiden Spiele? 
Allofs: „Natürlich sind das ganz wichtige Spiele. Aber wir müssen uns jetzt auch nicht verrückt machen. Wenn wir diese Spiele gewinnen sollten, ist für uns der Aufstieg nicht sicher, wenn wir die Spiele nicht gewinnen sollten, wird auch noch nichts verloren sein. Das ist eben das Besondere an der zweiten Liga: man muss einen sehr langen Atem haben und über die ganze Laufzeit der Saison konstant Leistung bringen. Für uns ist es wichtig, dass wir diesen Aufwärtstrend, den wir in den letzten Wochen gezeigt haben, fortführen. Wir dürfen jetzt nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müssen ganz konzentriert weiterarbeiten – egal gegen welchen Gegner!“

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