21.12.2017 | 1. Mannschaft

Das Jahr der Torhüter

Fortuna-Jahresrückblick Teil 4: Rensing, Wolf und Wiesner beeindrucken mit starken Leistungen

Wer im Januar 2017 darauf gewettet hätte, dass bei der Fortuna im Laufe des Kalenderjahres insgesamt drei Torhüter zum Einsatz kommen, der hätte wohl eine hübsche Summe einstreichen können. In der ersten Hälfte des Jahres nahmen die Dinge auch noch ihren gewohnten Lauf. Doch als sich Stammtorhüter Michael Rensing in der abgelaufenen Hinrunde an den Rippen verletzte, stand plötzlich Ersatzmann und Neuzugang Rafael Wolf im Fokus. Kurios wurde es, als sich auch Wolf– nach einigen starken Spielen - verletzte und mitten im Straßenbahnderby gegen den MSV Duisburg ausgetauscht werden musste. So kam auch Tim Wiesner zu seinem Fortuna-Debüt und machte das Jahr der Torhüter endgültig zu einer erwähnenswerten Geschichte.

Klassenerhalt dank starkem Rensing
Exakt 100 Spiele hat Michael Rensing in der 2. Bundesliga bestritten. Sein letzter Pflichtspieleinsatz für die Fortuna liegt allerdings lange zurück: Am 19. August stand der gebürtig aus Lingen in Niedersachsen stammende Keeper zuletzt zwischen den Pfosten. Seitdem ist viel passiert im Fortuna-Kasten. Doch der Reihe nach: In der Rückrunde der vergangenen Saison lief für den inzwischen 33-Jährigen noch alles nach Plan. Wie schon in der Vorrunde hatte er alle 17 möglichen Spiele bestritten – und meistens überzeugt. Trotz des bescheidenen Abschneidens der Fortuna insgesamt wurde der Schlussmann nie in Frage gestellt. Bis auf den Auswärtssieg in Karlsruhe kamen alle dreifachen Punktgewinne in der angesprochenen Rückrunde mit einem Tor Unterschied zustande – auch und vor allem dank einem starken Rückhalt im F95-Gehäuse. Bezeichnend in diesem Kontext, dass der Klassenerhalt letztendlich mit einem gegentorlosen Heimspiel gegen Erzgebirge Aue fixiert wurde.

Umstrukturierungen im Sommer
Aufgrund der Beständigkeit von Michael Rensing waren die Dienste von Ersatztorwart Lars Unnerstall während der kompletten Saison 2016/17 nicht gefragt. Ein klassisches Übel für den Mann hinter der Nummer 1 – allerdings auch Grund genug für Unnerstall im vergangenen Sommer einen Schlussstrich zu ziehen und einen Neuanfang in der niederländischen Eredivisie zu wagen. Mit dem VVV-Venlo fand der Hüne aus Ibbenbüren einen neuen Verein, der ihm die Perspektive Spielzeit bieten konnte. Entsprechend musste sich die Fortuna nach Ersatz umsehen – und wurde in Bremen fündig. An der Weser war der Vertrag von Raphael Wolf ausgelaufen, sodass man den gebürtigen Münchener ablösefrei verpflichten konnte. Die Aussichten auf Einsatzminuten waren für Wolf stark eingeschränkt, hatte Rensing doch die letzten beiden Spielzeiten komplett verletzungsfrei überstanden und jede Partie über die vollen 90 Minuten bestritten. Am Ende kam jedoch alles anders.

Unverhofft kommt oft
Dabei sah zu Saisonbeginn alles nach „business as usual“ aus. Erwartungsgemäß wurde Rensing als Nummer 1 bestätigt und stand sowohl beim DFB-Pokalspiel in Bielefeld als auch in den ersten drei Ligaspielen zwischen den Pfosten. Beim Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern absolvierte er sogar seinen 100. Einsatz im deutschen Unterhaus. Vor dem Auswärtsspiel in Sandhausen dann allerdings der Schock: Der sympathische Routinier zog sich im Training einen Rippenbruch zu und war plötzlich zum Zuschauen verdammt. Nachdem der abgewanderte Unnerstall also ein ganzes Jahr vergeblich auf Einsatzminuten wartete, bekam Neuzugang Wolf nach nur vier Spielen auf der Bank seine Chance – und er nutzte sie mit Nachdruck. In einem Drittel seiner 15 Einsätze blieb er ohne Gegentor und überzeugte auch in den weniger erfolgreichen Spielen mit teils spektakulären Paraden. Darüber hinaus konnte Wolf zwei von drei Elfmetern abwehren und auch fußballerisch überzeugen. Als ob dieser unverhoffte Wechsel zwischen den Pfosten nicht schon aufregend genug wäre, wurde im Heimspiel gegen den MSV Duisburg dann noch ein weiteres Kapitel in der „Torhüter-Saga“ geschrieben. Nachdem Wolf sich bei einem Zusammenprall verletzte, spielte er zunächst unter Schmerzen weiter, um dann letztendlich doch unter großem Applaus den Dienst quittieren zu müssen. Da Rensing nach wie vor nicht zur Verfügung stand, kam der ursprünglich dritte Keeper - Tim Wiesner - zu seinem Debüt für die Fortuna. Noch während Wolf vom Platz geführt wurde, bekam der Jungprofi ein kurzfristiges Aufwärmprogramm von Fortuna-Torwarttrainer Claus Reitmaier verordnet. Als er dann mitten im Geschehen war, überzeugte Wiesener – und blieb in seinen 30 Minuten Einsatzzeit ohne Gegentor. Wie selbstverständlich brachte der damals 20-Jährige seine Premiere über die Bühne und durfte als Belohnung im Anschluss an die Partie die „Humba“ vor der Südtribüne anstimmen.

Die Zukunft des Torhüter-Trios
Glücklicherweise wurde im Anschluss an die Partie gegen die „Zebras“ keine schwerwiegende Verletzung bei Wolf festgestellt, sodass der Keeper nur eine Woche später wieder das Fortuna-Tor hüten konnte. Bei all seinen Einsätzen bis zur Winterpause strahlte der Familienvater eine große Ruhe aus und überzeugte in allen Facetten des Torwartspiels. Trotz eines erneuten Rückschlags im Rippenbereich bei Rensing musste sich Fortuna-Coach Friedhelm Funkel in Bezug auf die Rolle zwischen den Pfosten also keine Sorgen machen. Eine komfortable Situation auf einer sensiblen Position. Da sich inzwischen auch Rensing auf dem Wege der Besserung befindet und zuletzt leichte Übungen mit dem Ball vollziehen konnte, werden voraussichtlich alle drei in dieser Saison eingesetzten Torhüter ins Wintertrainingslager nach Marbella fliegen, um dort um den Platz im Fortuna-Kasten zu kämpfen. In einem Punkt können sich die F95-Anhänger jedoch sicher sein: Egal ob letztendlich Rensing, Wolf oder sogar Wiesner den Zuschlag bekommt: Die Qualität bei den rot-weißen Ballfängern ist gleichermaßen hochkarätig.

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