26.02.2018 | 1. Mannschaft

Als Andre Hoffmann sechs Finger in die Höhe streckte…

Yesterday Spezial: Schwere Verletzung von Kevin Akpoguma überschattet Spiel gegen St. Pauli

Es gibt Fußballspiele, von denen man nicht mehr das Ergebnis in Erinnerung behält, sondern bestimmte Momente. Das könnte aber auch daran liegen, dass während der 90 Minuten etwas passiert ist, das alle statistischen Begleiterscheinungen in den Hintergrund rückt. So geschehen am 21. April des vergangenen Jahres, als Fortunas damaliger Innenverteidiger Kevin Akpoguma sich im Heimspiel gegen den FC St. Pauli schwer verletzte und im weiteren Spielverlauf Andre Hoffmann nach seinem Führungstreffer symbolisch sechs Finger in die Höhe streckte.

Es waren zwischen der heimischen Fortuna und den „Kiezkickern“ aus der Hansestadt Hamburg erst elf Minuten gespielt, als Kevin Akpoguma und Bernd Nehrig im Strafraum vor der Gästekurve unglücklich zusammenstießen. Beide Akteure blieben benommen liegen. Umgehend wurde klar, dass es den damaligen Abwehrspieler der Rot-Weißen ernsthaft erwischt hatte. Noch auf dem Platz wurde Akpoguma eine Halskrause zur Stabilisation der Halswirbelsäule angelegt. Unter großem aufmunternden Applaus wurde der heutige Hoffenheimer vom Platz getragen. Auch Nehrig musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Es war für alle Beteiligten nicht einfach, zur Normalität überzugehen – weder für die Zuschauer, die live mitbekommen hatten, dass sich Akpoguma schwer verletzt hat, noch und erst recht nicht für die Spieler, die allesamt für ihren Verein um den Klassenerhalt kämpften. Man könnte nun noch lang und breit über weitere verletzungsbedingte Auswechslungen, zwei Platzverweise und insgesamt vier Toren berichten, doch an dieser Stelle soll es um einen ganz besonderen Moment gehen. Nachdem Andre Hoffmann sein Team 20 Minuten vor dem Ende in Führung gebracht hatte, beschränkte sich sein Torjubel vor allem auf eine große Geste: Sechs Finger hielt Akpogumas Innenverteidiger-Kollege in die Luft und symbolisierte mit dem Zeigen seiner Rückennummer damit, dass seine Gedanken eigentlich beim verletzten Mannschaftskameraden sind.

Die Diagnose lautete wenig später: Fraktur des ersten Halswirbels! „Die Diagnose hat uns alle schockiert. Alles andere gerät nun in den Hintergrund – auch ein wenig das Ergebnis. Unsere Gedanken sind bei Kevin“, sagte der sichtlich mitgenommene Cheftrainer Friedhelm Funkel damals. Aus medizinischer Sicht kommentierte Mannschaftsarzt Thomas Wieczorek: „Kevin ist stabil und ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Wir sind froh, dass der Ablauf am Spielfeld und im Krankenhaus so reibungslos funktioniert hat. Vielen Dank an alle Beteiligten. Kevin hat keine neurologischen Ausfälle, daher gehen wir von einem positiven Heilungsprozess aus.“

So sollte es auch kommen: Ziemlich genau ein halbes Jahr nach der schweren Verletzung und der angsteinflößenden Diagnose gab Akpoguma im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt für die TSG Hoffenheim, für die er inzwischen zu einer ganz wichtigen Kraft in der Abwehrreihe geworden ist. Zahlreiche Fortunen waren spätestens zu diesem Zeitpunkt erleichtert und freuten sich, den 22-Jährigen wieder in einem Pflichtspiel auf dem Platz zu sehen. Weiterhin alles Gute, „Akpo“!

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