16.04.2019 | Verein

„Das Besondere erreichen wollen“

Die wichtigsten Aussagen von Thomas Röttgermanns Vorstellung

Auf einer Pressekonferenz hat sich Fortunas neuer Vorstandsvorsitzender Thomas Röttgermann den Düsseldorfer Medienvertretern vorgestellt. www.f95.de hat die wichtigsten Aussagen des 58-Jährigen notiert.

Thomas Röttgermann über…

… seine Ankunft bei der Fortuna:
„Ich bin sehr froh, dass ich hier sein kann. Die Fortuna ist ein besonderer Club in Deutschland. Es gibt eine beinahe einmalige Kombination aus einer großartigen Stadt, einem traditionsreichen Club, guter Infrastruktur und tollen Fans im Rücken, die diesen Namen auch wirklich verdienen. Es sind einmalige Möglichkeiten und ich freue mich, daran mitzuarbeiten, diese Möglichkeiten auszuschöpfen.“

… seine Erfahrungen bei anderen Clubs: „Ich bin schon ein paar Jahre im Geschäft und hatte verschiedene Stationen. In all den Jahren habe ich viele Erkenntnisse, Eindrücke und Einschätzungen gewonnen, die ich jetzt bei der Fortuna einbringen möchte. Ich weiß, wie man Vereine zum Erfolg führen kann und wie man Rahmenbedingungen so verbessert, dass sportlicher Erfolg wahrscheinlicher wird. Denn das ist, was wir wollen: sportlichen Erfolg zu organisieren.“

… seine wichtigsten Erfolgsfaktoren: „Vier Dinge sind für mich wichtig. Erstens: Ein Verein muss in der Lage sein, sportliche Entwicklung zu finanzieren. Nur so ist sie überhaupt möglich. Zweitens: Motivation, Solidarität und Mentalität. Es reicht nicht aus, einfach nur seinen Job zu machen – man muss für seine Aufgabe bei einem Verein brennen und das Besondere erreichen wollen. Das betrifft alle Spieler, Trainer, Betreuer und Mitarbeiter. Man ist immer dann erfolgreich, wenn überall ein Leistungsklima herrscht. Da müssen wir hin. Drittens: Mit Kommunikation alle mitnehmen, die Teil des Erfolgs sein sollen. Fans und Zuschauer, Sponsoren, Gremien und Mitarbeiter, aber auch die Stadt und ihre Bürger. Und der letzte Punkt: Wir brauchen gute Leute in jedem Bereich. Ich habe schon jetzt einen guten Eindruck von den Kolleginnen und Kollegen auf der Geschäftsstelle gewonnen. Ich glaube, dass hier jede Menge möglich ist.“

… seine ersten Berührungspunkte mit Lutz Pfannenstiel und Friedhelm Funkel: „Ich habe mit beiden schon gesprochen und bin mir sicher, dass beide einen richtig guten Job machen. Der Saisonverlauf spricht schließlich für sich – Fortuna hat den Klassenerhalt früher erreicht, als es irgendjemand erwartet hätte. Ich kenne Lutz Pfannenstiel schon länger und finde ihn sehr kompetent. Er weiß, was er tut. Friedhelm Funkel stammt aus Neuss, wo ich wohne – das ist eine Gemeinsamkeit.“

… die Planungssicherheit durch den vorzeitigen Klassenerhalt: „Es ist keine Frage, dass der frühe Klassenerhalt hervorragende Arbeit war. Aber: Auch die frühe Planungssicherheit ändert nichts an den Rahmenbedingungen, mit denen Fortuna Düsseldorf verhandeln und Spieler verpflichten kann. Schließlich leidet die Fortuna unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, etwa der Verteilung der TV-Gelder und der Rolle, die wir in diesem Thema spielen. Es gilt, diese Rahmenbedingungen zu verbessern. Wir wollen künftig nicht nur frühere Planungssicherheit, sondern auch bessere finanzielle Möglichkeiten.“

… seine Verbindungen zur Fortuna in den letzten Jahren: „Ich war immer mal wieder mit Reinhold Ernst in Kontakt, die Fortuna war seit Jahren ein Thema für mich. Auch aus familiären Gründen hatte ich den Club auf dem Zettel – die Familie meiner Frau, die aus Neuss stammt, besteht im Wesentlichen aus heißen Fortuna-Fans. Mein Sohn hat das sagenumwobene 4:0 auf Schalke nicht nur mitgemacht, sondern auch einen Kinnhaken eines Schalkers einstecken müssen, weil er seinen rot-weißen Schal im falschen Moment gezeigt hat. Daher hatte ich in den letzten Jahren stets persönliche und räumliche Nähe zum Club.“

… seine Ansichten zu einer guten Zusammenarbeit: „Ich bin bei diesem Thema Anhänger eines extrem langweiligen Bildes – nämlich dem der Zahnräder. In komplexen Organisationen wie Vereinen ist es wichtig, dass jeder seinen Beitrag zum Gesamterfolg leistet. Der ist mal klein, mal groß, aber immer existentiell. Ich bin nicht der Meinung, dass ich in allen Fachfragen immer die beste und richtige Meinung habe und genau weiß, was richtig ist. Meine Stärke ist es aber, herauszufinden, wer die richtige Meinung hat, und unterschiedliche Zielsetzungen und Herangehensweisen zusammenzuführen. Was ich habe, ist ein klarer Plan, wo es hingehen soll. Den muss ich als Repräsentant des Vereins aber auch haben.“

… die Zielsetzungen in den nächsten Jahren: „Wir wollen in der Bundesliga bleiben und eine gute Rolle spielen. Das muss immer unser Ziel sein. Was wir aber nicht brauchen, sind ständige Plattitüden und Zielsetzungen, die mit den aktuellen Voraussetzungen nicht erreichbar sind. Ich bin ein nüchterner und systematischer Mensch: Ich schaue mir unsere Rahmenbedingungen an und vergleiche sie mit denen anderer Vereine. Düsseldorf als Landeshauptstadt des bevölkerungsstärksten deutschen Bundeslandes muss sich nicht hinter anderen Clubs verstecken. Wir müssen aber daran arbeiten, dass sich diese Voraussetzungen in Zählbares umsetzen.“

… die 50+1-Regel: „Die Fortuna hat zu diesem Thema eine ganz klare Position, die ich teile. Es ist eine funktionierende Regelung, die eine Alleinstellung des deutschen Fußballs darstellt. Man kann sie diskutieren, aber es gibt keinen Grund, hektisch Änderungen herbeizuführen. Ich sehe auch den Grund für die wirtschaftliche Schlechterstellung der Bundesliga nicht darin, dass Mitglieder in Vereinen mitbestimmen. Das ist für mich eher ein identitätsstiftendes Signal. Man sieht in der Bundesliga, dass sich auch Vereine, die sich so klar positioniert haben wie Fortuna Düsseldorf, zu einer erheblichen Größe entwickeln können. Das ist eine meiner Stärken: Rahmenbedingungen so umzusetzen, dass man den größtmöglichen Erfolg erzielen kann. Da passe ich ganz gut zur Fortuna.“

Die gesamte Pressekonferenz gibt es hier im Video.

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