28.01.2016 | Verein

„Es ist wichtig, demütig zu sein“

70 Fortuna-Fans kamen zum 2. Mitgliederforum in die Bar95

Am Donnerstagabend hatte die Fortuna zum 2. Mitgliederforum geladen. Mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Reinhold Ernst, dem aktuellen Vorstandsvorsitzenden Paul Jäger und dem Wahlausschussvorsitzenden Werner Sesterhenn sowie Cheftrainer Marco Kurz hatten die 70 Fortuna-Fans, die den Weg in die Bar95 gefunden hatten, hochinteressante Gesprächspartner, die über 90 Minuten lang auf Kritik, Anregungen und allen Fragen zu den verschiedensten Themengebieten reagierten.

Viele Anhänger der Rot-Weißen beschäftigt aktuell die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern. Deshalb war in der Anfangsphase vor allem Dr. Reinhold Ernst gefragt, der als Vorsitzender des Aufsichtsrats Stellung bezog. „Nach der Wahl des Aufsichtsrats vor 13 Monaten musste sich das Gremium erst einmal finden“, betonte Ernst. „Dann hatten wir die besondere Situation zu meistern, dass gleichzeitig die Neuformierung der Gremiumsspitze und die Suche nach Vorstandsmitgliedern anstanden. Nachdem der Vorsitz unseres Gremiums geklärt war, haben wir uns intensiv mit verschiedenen Modellen für den Vorstand beschäftigt. Wir haben seitdem sehr viele Gespräche geführt und sind nun in der Endphase.“ Der Aufsichtsrat hat dabei gewisse Vorstellungen: „Wir erhoffen uns von der Neubesetzung des Vorstands eine Weiterentwicklung des Vereins. Es gibt viele Sachthemen rund um die Fortuna, bei denen wir einen Schritt weiterkommen möchten.“ Über eine potenzielle Erweiterung des Vorstandes auf vier oder fünf Mitglieder sagte Ernst: „Das hängt davon ab, welche Person wir als Vorstandsvorsitzenden gewinnen und was diese für Qualitäten mitbringt. Danach werden wir über den nächsten Schritt nachdenken.“

Es liegt in der Natur der Sache, dass auch Paul Jäger großes Interesse daran hat, wen er als neuen Kollegen im Vorstand begrüßen darf. „Er wird der Erste unter Gleichen sein. Vorstandsarbeit ist immer Teamarbeit. Deshalb freuen wir uns über jeden Zugang, der helfen möchte, die Fortuna weiter nach vorne zu bringen. Daher ist derjenige auch immer herzlich Willkommen“, betonte Jäger, der im weiteren Verlauf des Abends an die Wichtigkeit der Ruhe im Umfeld appellierte: „Wir sind nicht so tief gefallen, wie man manchmal den Eindruck hat. Es wird bei uns zu schnell vergessen, woher wir eigentlich kommen. Wir waren zehn Jahre lang weg vom Fenster. Das Jahr in der Bundesliga war ein Ausreißer nach oben. Wir dürfen aktuell nicht so tun, als sei es eine Katastrophe, im unteren Bereich der 2. Liga zu stehen. Der Abstieg wäre eine Katastrophe, aber den werden wir verhindern.“ Ein weiteres Thema, auf das Jäger angesprochen wurde, ist der geplante Neubau des Nachwuchsleistungszentrums. „Dieses Projekt hat bei uns Priorität 1a, allerdings warten wir momentan auf den Beschluss der Stadt über die gewünschten Zuschüsse. Dann könnten wir schon in den nächsten Monaten loslegen.“

Das würde sicherlich auch Cheftrainer Marco Kurz freuen, der schon jetzt auf den einen oder anderen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zurückgreifen kann. „Es ist ganz wichtig, die eigenen Talente zu fördern“, unterstreicht der Coach. „In Zukunft haben wir ein großes Augenmerk auf die Jungs. Das zeigt ja schon, dass wir Emma Iyoha und Anderson Lucoqui mit ins Trainingslager genommen haben. Auch Ihlas Bebou zeigt eine tolle Entwicklung. Das ist eine gute Basis, auf der wir aufbauen werden.“ Doch aktuell steht das große Ziel Klassenerhalt und dabei der erste Spieltag nach der Winterpause im Fokus. „Unsere aktuelle Situation ist nicht einfach. Wir sind gefragt, direkt Leistungen abzuliefern, die unsere Fans mitreißen. Wir haben gegenüber vielen Zweitligisten das große Plus, dass unsere Anhänger sehr begeisterungsfähig sind. Das müssen wir uns zu Nutze machen.“

Man spürte unter den Mitgliedern eine gewisse Sorge aufgrund der sportlichen Situation, allerdings auch die Erwartungshaltung, dass es wieder aufwärts gehen soll. „Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass wir auf dem viertletzten Platz in der Tabelle stehen“, sagte Kurz. „In einer solchen Situation ist es wichtig, demütig zu sein. Natürlich haben wir das Ziel, Schritt für Schritt in ruhigere Fahrwasser zu kommen. Aber dies müssen wir uns erarbeiten und bekommen wir nicht durch große Sprüche.“ Diese Demut und den „Hunger nach Erfolgen“ sehe Kurz auch in anderen Sportarten wie Handball oder Rugby. „Mich hat während der Rugby-WM beeindruckt, wie respektvoll gestandene Männer trotz des körperlichen Einsatzes miteinander umgehen. Genauso toll finde ich das aktuelle Auftreten unserer Handballer bei der EM. Da sieht man wieder, dass Leidenschaft und Kampf Qualität schlagen können. Das ist für uns ein sehr gutes Beispiel. Leidenschaft kann ich auch von meinen Spielern immer erwarten.“

Der Vierte im Bunde, Werner Sesterhenn, wurde auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrats angesprochen und dabei vor allem auf eine mögliche Überlegung, ein Mitglied mit fußballerischer Vergangenheit zu bestellen. „Natürlich spielt das auch in unseren Überlegungen eine Rolle“, berichtete Sesterhenn. „Wir haben im Rahmen der Mitgliederversammlung im Oktober ausführlich unsere Beweggründe für die Nominierungen der einzelnen, von uns bestellten Aufsichtsratsmitglieder erklärt. Aber selbstverständlich sind wir jederzeit für Kritik und Anregungen offen.“ Das waren an diesem hochinteressanten und zum Teil auch emotionalen Abend alle vier Gesprächspartner, die den Mitgliedern länger, als in der Regel ein Fußballspiel dauert, alle Fragen offen und ausführlich beantworteten.

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